Thomas D.
Anmeldungsdatum: 28.05.2008 Beiträge: 14 Wohnort: München
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Verfasst am: 30.05.2008 15:46 Titel: Ängste |
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Hallo zusammen,
Waldemar hat mich gebeten, einen kleinen Artikel, den ich auf meiner Website habe (www.hypnose.smartone.de), hier auch zu veröffentlichen. Würde mich freuen, wenn der Text hilfreich ist:
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Ängste
Haben Sie oft Angst? Leiden Sie unter Panikattacken? Bringen Ihre Grübeleien Sie um den Schlaf?
Die Angst gehört zum Grundinventar der menschlichen Emotionen. Angst fühlt sich sehr real an, ist aber nicht real, denn die Angst ist ihrer Art nach eine Erwartungshaltung. Erwartungshaltungen sind nicht real, sie sind nur Vorstellungen und falsche Wahrscheinlichkeiten.
Die Angst erfüllt manchmal auch einen biologischen Zweck, wenn sie uns vor einer realen Gefahr warnt. So ist es ja ganz gut, dass man beim Blick in tiefe Abgründe Angstgefühle entwickelt und sich entsprechend vorsichtig verhält. Wer sich vollkommen angstfrei in der Natur oder beispielsweise im Straßenverkehr bewegt, wird wahrscheinlich nicht sehr alt. Aber das ist in unserem Leben nur mehr die absolute Ausnahme.
Die allermeisten negativen Erwartungshaltungen (= Sorgen / Ängste), mit denen wir Menschen zu kämpfen haben, beziehen sich nicht auf tatsächlich vorliegende Gefahren, sondern auf virtuelle Welten, die wir selber in unseren Köpfen erschaffen haben. Meistens hilft uns dabei die Angstindustrie: Die Medien. Die erwarteten Schmerzen oder Katastrophen sind noch gar nicht eingetroffen, und es gibt auch keine realistischen äußerlichen Anzeichen für sie, aber unsere Angst sagt uns:
"Es ist möglich, dass ich bereits todkrank bin, ohne es zu wissen."
"Es ist möglich, dass meine Tochter nie wieder von dieser Party nach Hause kommt."
"Es ist möglich, dass ein Atomkrieg ausbricht."
"Es ist möglich, dass mich mein Mann verlässt."
"Es ist möglich, dass ich in Armut stürze und in der Gosse lande."
"Es ist möglich, dass ich meine nächste Angstattacke nicht überlebe."
"Es ist möglich, dass alles zusammenbricht und den Bach runter geht."
Und so weiter.
All das ist ja tatsächlich möglich, sagt uns unser pseudo-logisches Denken. Oft genug stecken dahinter unterdrückende Gedanken, wie z.B. dass ich es gar nicht verdiene, dass ich soviel Glück habe, die Katastrophe muss ja bald kommen usw. Und vielleicht spüren Sie schon, wenn Sie die obigen Sätze lesen und sich hineinfühlen, dass sich all diese Möglichkeiten wie eine dunkle Wolke anfühlen, die über Ihnen schwebt. Machen Ihnen diese Gedanken Angst? Schnüren Sie Ihnen die Kehle zu? In Wirklichkeit ist diese dunkle Wolke gar nicht da! Sie ist nur das Ergebnis unserer Gedanken und Glaubenssätze. Wenn Sie einmal akzeptiert hat, dass das Leben gefährlich, irrational und im Grunde lieblos ist, werden Sie meinen, dass Sie sich etwas vormachen, sich die Welt schön denken, falls Sie diese drohenden Gewitterwolken einfach nicht sehen wollen. Und welcher vernünftige Mensch will sich schon etwas vormachen? Wir sind doch alle Realisten.
Wo ist das Gefühl von Sicherheit hin? Wo ist das Gefühl von Urvertrauen, Aufgehobensein, Geborgenheit? Wo ist das Gefühl, bedingungslos geliebt zu werden? Wo ist der Trost?
Die Angst hat auch immer zu tun mit dem Gefühl, allein zu sein. Irgendwann stellen wir alle fest: "Oh je, ich bin ja allein, da muss ich jetzt ganz allein durch."
Die entscheidenden Fragen sind: Sind Sie wirklich allein bzw. müssen Sie wirklich allein sein? Können Sie sich wieder dem Genuss zuwenden? Können Sie sich selber lieben? (Antworten Sie nicht vorschnell auf diese Frage.)
Bis hierher haben Sie es doch geschafft! Sie sind im Grunde ein Gewinner! Wie haben Sie das gemacht, was ist Ihr Erfolgsrezept?
(Fühlen Sie einen inneren Widerstand gegen die Behauptung, dass Sie ein Gewinner sind? Interessant, oder?)
Die Angst ist so vielfältig wie die Menschen, die sie sich ausdenken. Ängste sind selbsterschaffene Monster, die sich höchst lebendig anfühlen. Auf jeden Fall sind sie sehr destruktiv. Aber Monster kann man auch loswerden und entmachten, besonders wenn man begreift, dass diese Monster sich ausschließlich von unseren schlechten Gedanken ernähren. Entziehen wir ihnen die Nahrung, dann verschwinden sie. Oft reicht es schon zu verstehen, wie sie zustande gekommen sind, um sie zu entmachten.
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Viele Grüße,
Thomas |
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