Angst-Forum
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Angststörung mit Herzklopfen nachts
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Gertraude



Anmeldungsdatum: 28.02.2008
Beiträge: 169

BeitragVerfasst am: 21.08.2010 20:02    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht ist es einfach die allgemeine Ungewißheit, was das Berufliche angeht. So etwas kann einen aber auch nervös machen. Es hat auch nichts damit zu tun, daß man sich rational betrachtet nichts zutraut. Da kann man dreimal wissen, daß man es sicher schafft, aber trotzdem ist da etwas Unbekanntes, was man nicht wirklich einschätzen kann. Sobald man dann in der Situation drinsteckt, ist es meist nicht halb so wild, wie man sich vorher gedacht hat.
Mir geht es manchmal mit dem Autofahren so, wenn ich sehr darüber nachdenke, daß ich in ein paar Minuten autofahren werde, kommt es schon mal vor, daß mein Herzschlag sich beschleunigt, obwohl ich ja mittlerweile schon ganz gut fahre. Denke ich hingegen gar nicht ans Autofahren, sondern an das, was ich erledigen will, klappt alles ohne irgendwelche Turbulenzen.
_________________
Mit Wünschen sollte man vorsichtig sein
- sie könnten wahr werden.
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stelo



Anmeldungsdatum: 19.07.2009
Beiträge: 37
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 01.09.2010 20:44    Titel: Mein Rat Antworten mit Zitat

Hallo Silke,

ich habe gerade deine Posts gelesen und war direkt sehr ergriffen. Mir geht es sehr ähnlich wie dir. Ich möchte es dir kurz erzählen.. Vor ca. 1 1/2 Jahren überraschte mich nachts meine erste Panikattacke, im Urlaub. Ich bin nachts aufgewacht, hatte Herzrasen und Angst vor dem einschlafen. Ich versuchte mich selbst zu beruhigen, dabei wäre ich am liebsten aus dem Hotel gerannt. Ich dachte, wenn ich jetzt die Augen zu mache, bin ich morgen nicht mehr da. Das war im Urlaub. Bisher das schlimmste Erlebnis in meinem Leben! Im Urlaub und wieder zu Hause lief fast jede Nacht wie folgt ab, ich bin um 3 Uhr aufgewacht, konnte nicht mehr einschlafen und Herzrasen. Wenn´s schlimm war, waren das die Vorboten für die nächste Panikattacke.
Daraufhin ging ich direkt zum Arzt. Auch ich wurde durchgecheckt und für gesund befunden. Nur in letzter Zeit hatte ich viel Stress auf der Arbeit und musste mich auch mit einigen Problemen auseinander setzen. Und im Urlaub fällt erst mal ein Teil von deinen Schultern. Damit kommt aber die Angst. Das ist generell so wenn du entspannst, nicht nur im Urlaub. Ich glaube, dass ist auch die Erklärung dafür, dass es hauptsächlich nachts passiert - eben weil wir hier im Schlaf entspannen, der Körper seinen Ofen runterfährt und seine Akkus wieder auflädt. Am Tag sind wir ja auf den Beinen und geben unserem Innern kaum eine Chance auf sich aufmerksam zu machen. Und wenn im Unterbewussten dich etwas beschäftigt und vor sich hin schmort, kommt es irgend wann ans Licht (muss es ja auch, sonst würden wir ja irgend wann eingehen wie eine Primel!?) und dann muss es sich doch irgendwie bemerkbar machen. Und das geht wahrscheinlich nur über körperliche Symmpthome, obwohl wir rein körperlich aber kern gesund sind. Wisst ihr was ich meine!??
Ich habe dabei immer das Bild einer alten Waage im Kopf Wink Auf der einen Seite ein schwerer Sack voll Stress (sei es beruflich und/oder privat, eben wenn einem manchmal alles zu viel wird - wir sind ja auch nur Menschen. Wie viel halten wir aus?) und auf der anderen Seite eine große Portion Angst. Wenn wir viel Stress haben, verdrängen wir die Angst. Aber wenn der Stress plötzlich nachlässt (wie z. B. im Urlaub oder auch Ruhephasen) kommt die Angst.

Mein Rat an dich: Nimm dir eine Auszeit, höre tief in dich hinein und finde raus was dich beschäftigt. Tief in deinem Inneren scheint es was zu geben, was an die Oberfläche möchte - du weißt nur noch nicht was es ist. Gib dir diese Chance und lass dich darauf ein. Was soll denn passieren!? Es kann nur besser werden. Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass wird es. Zumindest bringt es Licht ins Dunkel und du lernst damit umzugehen.
Du selbst solltest immer an oberster Stelle stehen. Notfalls lass dich krank schreiben, kein Job der Welt ist es wert, ach was nichts ist es wert, dass du irgendwas über dich selbst stellst!

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig Mut zu sprechen und wünsche dir alles gute! Und natürlich herzlich willkommen hier im Forum - mir hat es sehr geholfen, man ist nicht alleine mit dem "Kram".


Liebe Grüße
Steffi
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