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Angst-Forum Angstzustände, Panikattacken und Stress - diese Probleme berühren Millionen von Menschen täglich. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig darüber reden zu können. Dieses Forum will einen Raum dafür schaffen. Ein Herzliches Willkommen an Alle!
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FrauSchmitz
Anmeldungsdatum: 28.12.2007 Beiträge: 4
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Verfasst am: 29.12.2007 17:59 Titel: Das bin ich, ein neues Mitglied :) |
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Hallo!
Auch ich suche Kontakt zu gleich Gesinnten. Leuten eben, die sich in gleichen oder ähnlichen Situationen befinden. Deshalb stelle ich mich kurz vor:
Ich bin 23 Jahre alt und Studentin der Diplom-Pädagogik. Ich lese und Koche gerne, mache gerne Sport und treffe mich gerne mit Freunden zum Shoppen, Kaffetrinken, Filme schauen. Das Übliche halt. Außerdem lerne ich seit einem Jahr sehr engagiert Spanisch. Eigentlich möchte ich mich auch für ein Auslandssemester in Spanien für das kommende Wintersemester bewerben. Jedoch steigen meine Zweifel, ob das in meiner Situation so geschickt ist...
Das Folgende ist sehr lang geworden, aber mir ist es wichtig, das alles einmal loszuwerden.
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Ich leide seit jetzt schon ca. 3,5 Jahren an (Achtung: Selbstdiagnose – ich weiß, da sollte man vorsichtig sein...) generalisierten Ängsten und Panikstörungen. Der Leidensweg gestaltet sich bei mir folgendermaßen: Anfangs lediglich innere Unruhe, Nervosität (genau kann ich mich schon nicht mehr erinnern, es ist einfach so lange her). Danach schritten diese Auffälligkeiten immer weiter voran. Ich befand mich damals noch in der Oberstufe des Gymnasiums. Irgendwie war es mir einfach peinlich, ich wusste nicht damit umzugehen und habe mich am Unterrichtsgeschehen nicht mehr als nötig beteiligt. Ich bin im Mündlichen zwar auch davor nie eine große „Leuchte“ gewesen, aber ich habe dem Unterricht wesentlich aufmerksamer gefolgt und mich hin und wieder beteiligt. Besonders gerne habe ich auch immer vorgelesen, besonders im Fremdsprachenunterricht. Im Laufe der Zeit – ich nahm die Anzeichen nicht ernst, was wahrscheinlich meinem Naturell entspricht „Bange machen gilt nicht!“ – verschlimmerte sich die Situation immer weiter. Ich leider unter ständiger Unruhe, Nervosität, Zittern, Verspannungen, Kopfschmerzen/Druckgefühle am Hinterkopf, mein Atemrhythmus ist völlig gestört, ich kann mich kaum noch entspannen, schlechte Konzentrationsfähigkeit etc., komischerweise aber nicht auf bestimmte Situationen bezogen, sondern das ist meine generelle, grundlegende Befindlichkeit. Das alles führt(e) dazu, dass ich mich in Gegenwart anderer Menschen noch weiter/total verkrampfe. Außerdem entstehen fast täglich Panikanfälle. Gerade in Situationen, in denen ich „still halten“ muss (Zahnarzt, Frisör etc.) bin ich völlig verkrampft, mein ganzer Körper zittert usw. Mein Zahnarzt denkt schon, ich habe totale Angst vor ihm! Dabei habe ich lediglich „Angst“ davor, dass ich nicht stillhalten kann (was natürlich auch prompt eintritt, sobald ich die Praxis betrete). Ich bin einmal gegen Ende der Schulzeit bei einem Arzt gewesen. Er prüfte mein Blut und machte ein kurzes EKG. Fand nichts, verschrieb mir Johanniskraut und sagte, er könne nicht mehr für mich tun. Ich fühlte mich derart missverstanden, alleingelassen und überhaupt nicht die Bohne erstgenommen, sodass ich wieder resignierte. Bis heute. Vor zwei Wochen habe ich einen erneuten Versuch gemacht. Nun bin ich zu einer anderen Ärztin, die mich wesentlich verständnisvoller behandelt hat. Natürlich hat sie mir erstmal Blut abzapfen lassen (auch hier wieder das gleiche Spiel: Alle denken, ich hätte furchtbare Angst – „vielleicht legen sie sich lieber auf die Liege“ - vor der Spritze/Blutentnahme, dabei macht mich nur das Stillhalten völlig fertig!). Das Ergebnis erfahre ich dann im neuen Jahr... Ich bin schon mal froh, dass ich endlich wieder den Schritt gewagt habe, mich einer Ärztin zu offenbaren. Denn ich habe noch nie mit einem Menschen über meine Situation gesprochen. Irgendwie spricht mich, trotz der offensichtlichen Symptomatik, auch keiner darauf an. Dabei weiß ich von mindestens einer Freundin, dass auch sie unter Panikattacken leidet. Sie ist auch in Behandlung. Bei zwei anderen ahne ich es. Also ich nehme zumindest wahr, dass ich auch gerade in meinem Umfeld nicht die Einzige bin. Dennoch erscheint mir die Schwelle sehr hoch, mich z. B. meiner besten Freundin anzuvertrauen. Daneben bin ich einfach auch irgendwie enttäuscht von mir selber. Ich nehme mich nicht als ängstliche Person wahr. Ich war zwar als Kind recht schüchtern und immer die, die an Mamas Rockzipfel hing. Das legte sich jedoch zwischenzeitlich, als ich anfing das Gymnasium zu besuchen. Ich kann mich sogar noch an Zeiten erinnern, in denen ich vor Selbstbewusstsein nur so strotzte. So sollte mein Leben doch weiterlaufen! Ich war nie besonders ehrgeizig und die Schüchternheit war teilweise auch noch vorhanden, aber wesentlich weniger ausgeprägt. Und ich war unternehmungslustig und fröhlich! Und dann hat mich irgendetwas derart aus der Bahn geworfen! Ich kann mir das nicht verzeihen (vor allem kann ich mir nicht verzeihen, dass ich nicht eher etwas dagegen getan habe). Jetzt stecke ich mitten drin, in einem Leben und einem Körper, den ich nur als einen Bruchteil meiner Selbst wahrnehme. Irgendwie wird meine Persönlichkeit blockiert. Ich bekomme doch alles auf die Reihe. Ich habe das Abitur mit 2,7 bestanden (meine besten Noten bekam ich für die mündlichen Leistungen!), ich bin für das Studium in eine andere Stadt gezogen, wo ich mich zurecht gefunden habe und mir nach und nach einen Freundeskreis aufgebaut habe. Ich bin sehr organisiert und diszipliniert. Ich habe wirklich, wirklich gute Freunde. Ich mach Sport, kaufe ein, putze die Bude, lerne Spanisch, schreibe Hausarbeiten, Klausuren, Ausarbeitungen. Ich habe zwei tolle Schwestern und verständnisvolle, tolle Eltern. Meine Kindheit war ein Traum. Es hat mir nie in meinem Leben an irgendetwas gefehlt. Ich bekomme irgendwie alles auf die Reihe, von außen betrachtet. Doch die andere Seite meiner Person macht das nicht mit. Diese stellt sich quer. Macht alles kompliziert, wo eigentlich alles paletti wäre. Schmerzlich bewusst ist mir das in diesen Tagen geworden, weil ich darüber nachdenke, ob ich mich überhaupt für das Auslandssemester bewerben soll. In dem Zustand werde ich keine große Freude daran haben und irgendwie glaube ich nicht, dass ich bis September wieder fit sein werde, dass ich jemals wieder fit sein werde! So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Es gibt Tage an denen ich einfach nur schlafen will, einfach die Augen zulassen und an nichts denken! Vor allem ist das alles so anstrengend. So Kräfte zehrend. Ich versuche ja die ganze Zeit, Angstsituationen nicht aus dem Weg zu gehen, d.h. so gut wie es geht Arzttermine wahr zu nehmen, mich in Spanischunterricht zu beteiligen. Alle Seminare zu besuchen. Ich treffe mich mit Freunden, gehe aus etc. Aber das ist halt oftmals nicht besonders entspannend und schön für mich. Es hört sich blöd an, aber ich hasse mich dafür, dass ich die Kurve einfach nicht kriege. Wenn ich mal wieder im Seminar sitze und am liebsten wegrennen möchte. Die spanischen Wörter kaum rausbekomme, weil mein ganzer Körper versteift und ich zittere. Beim Referat nur meinen Text abspule, ohne meine Außenwelt wahrnehmen zu können, denken zu können. Den Film im Kino nicht genießen kann, weil sich mein Brustkorb zuschnürt.
Aber die Hoffnung bleibt irgendwie doch. Dass mir endlich jemand sagt, was mit mir los ist. Dass ich nicht verrückt bin. Und es stimmt: Man lern Kleinigkeiten zu schätzen, Dinge, die im Leben wirklich wichtig sein. Die Minuten, in denen ich mal wirklich entspannen kann. Meer, Wind, Sonne, Luft. Sich beim Sport richtig auspowern. Schöne und ausgelassene Momente mit Freunden.
So, das ist jetzt etwas lang geworden. Habe das alles zum ersten Mal formuliert und meine Gedanken deshalb etwas unzusammenhängend dargestellt. _________________ Genie und Wahnsinn gehen Hand in Hand |
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Julicia
Anmeldungsdatum: 03.12.2007 Beiträge: 26 Wohnort: Georgsmarienhütte
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Verfasst am: 29.12.2007 18:46 Titel: Re: Das bin ich ein neues Mitglied |
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Hallo Frau Schmitz
Ich finde es toll, dass du dir das alles von der Seele geschrieben hast. Das ist doch schon mal ein guter erster Schritt. Ich finde auch, dass du sehr gut beschrieben hast, was in dir vorgeht, und du wirst in diesem Forum viele finden, die deine Gefühle nachempfinden können, weil es ihnen ähnlich geht.
Dieses Gefühl sich selber dafür zu hassen ,dass einem soetwas passiert und man nicht einfach so leben kann ,wie man doch möchte, kenne ich auch zu gut.
Hast du evtl. schon mal daran gedacht eine Therapie zu machen?Mir hat das sehr geholfen diesen Weg nicht alleine gehen zu müssen.
Weiß deine Familie wie es dir geht? Du bist auf keinen Fall verrückt. Dein Körper will dir vielleicht auf diese Art und Weise nur sagen, dass in deinem Leben irgendetwas nicht stimmt.
Melde dich ruhig, wenn du dich mitteilen möchtest. Ich bin gerne für dich da.
Liebe Grüsse sendet Iris |
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FrauSchmitz
Anmeldungsdatum: 28.12.2007 Beiträge: 4
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Verfasst am: 29.12.2007 20:38 Titel: |
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Vielen Dank für die Antwort und das Mitgefühl.
Also meine Familie weiß nichts davon. Genauso wenig wie Freunde... Aber ich möchte sie auf jeden Fall in Kenntnis setzen. Denn es ist wohl wesentlich stressfreier, wenn man sich nicht verstellen muss sondern offen damit umgehen kann. Die Frage ist nur im Moment noch, wie ich das angehen soll... aber wahrscheinlich macht man sich darüber einfach viel zu viele Gedanken, denn wie so oft im Leben gibt es den richtigen Moment dafür nicht. Man muss einfach drauflos reden - ist aber natürlich trotzdem leichter gesagt als getan, wenn man eigentlich noch nie wirklich darüber gesprochen hat! Ein erster Schritt war dann wohl, dass ich das hier mal nieder geschrieben habe.
Eine Therapie strebe ich auf jeden Fall an. Denn so kann es einfach nicht weiter gehen! Ich warte nun erstmal noch auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung und natürlich auch auf die Meinung meiner Ärztin. Die kann mir sicherlich auch noch einige Fragen beantworten, was Therapeutensuche usw. angeht. Ich hab ja keine Ahnung  _________________ Genie und Wahnsinn gehen Hand in Hand |
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Sabrina1982
Anmeldungsdatum: 11.12.2007 Beiträge: 99 Wohnort: Oberfranken
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Verfasst am: 30.12.2007 12:06 Titel: |
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Hallo,
ich drück dir die Daumen, dass deine Familie dich unterstützt wenn du es ihnen gesagt hast.
Als ich es meinen Eltern gesagt hab bin ich nur auf Unverständnis gestoßen "Stell dich doch nicht so an" usw. das war echt übel.
Gut ist auch, das du dir einen Therapeuten suchen willst. Damit gehts dir bestimmt besser und du lernst damit umzugehen.
Ich bin bei nem Psychologen und mir tut das echt gut.
Alles Gute  _________________ Liebe Grüße
Sabrina |
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bella
Anmeldungsdatum: 14.11.2007 Beiträge: 4 Wohnort: saarland
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Verfasst am: 30.12.2007 18:57 Titel: Re: Das bin ich, ein neues Mitglied :) |
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Hallo "Frau Schmitz",
hoffe Dir geht es mittlerweile etwas besser!!!
Finde es gut, dass du es deiner Familie und deinen Freunden sagen möchtest bzw. es getan hast!!!
Ist doch dann viel einfacher, sich nicht mehr verstellen zu müssen!!!
Mit mehr Unterstützung geht es dir bestimmt auch bald wieder besser!!!
Schlechte Erfahrungen mit nem Arzt hab ich auch schon gemacht!!! ( kannst ja mal unter dem Eintrag " Alle Jahre wieder" nachlesen)
Darfst dich dadurch nicht unterkriegen lassen!!!!
Möchte jetzt auch ne Therapie beginnen und weiß daher wie unsicher du dich fühlst.
Können uns ja gegenseitig informieren und unterstützen, wenn du willst!!!
Wünsch dir falls wir uns nicht mehr schreiben noch nen guten Start ins neuer Jahr und alles Gute!!!
Ciao |
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