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Angst-Forum Angstzustände, Panikattacken und Stress - diese Probleme berühren Millionen von Menschen täglich. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig darüber reden zu können. Dieses Forum will einen Raum dafür schaffen. Ein Herzliches Willkommen an Alle!
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Michi69
Anmeldungsdatum: 09.07.2006 Beiträge: 921 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 02.03.2009 10:53 Titel: Lies das mal |
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Hi Elli,ich ,weiß is ein mortz Bericht,aber ich find den nicht schlecht.
Psychogener Schwindel
Der Angstschwindel ist ein eher diffuser Schwindel, häufig erlebt als Benommenheit, Unsicherheit auf den Beinen, mangelnde Standfestigkeit, Schweben wie auf Wolken, wie wenn man den Kontakt zum Boden verloren hätte, oft verbunden mit Unruhe, manchmal auch mit Übelkeit. Haltungsveränderungen beeinflussen diese Schwindelform kaum. Bei normalem Gang fühlt man sich wie betrunken schwankend.
Menschen mit Panikattacken beschreiben verschiedenartige Schwindelzustände: Benommenheit, Leere im Kopf, schwankende Bewegung des Bodens, der Umwelt oder des eigenen Körpers, Unsicherheit beim Gehen oder Stehen, Gefühl des drohenden Sturzes oder einer bevorstehenden Ohnmacht.
Eine Begleitperson, Sitzen oder Liegen bewirkt oft eine Besserung der Schwindelsymptomatik, Kopfbewegungen können dagegen die Schwindelzustände verstärken.
Viele Agoraphobiker klagen über Schwindel, Ohnmachtsangst und Übelkeit. Sie wurden im Laufe des Lebens kaum ohnmächtig, haben aber häufig Angst davor. Nur 1% der Agoraphobiker haben früher einmal eine Ohnmacht erlebt. Die Bewältigung eines Angstschwindels im Rahmen einer Agoraphobie fällt jenen Personen, die früher tatsächlich ohnmächtig geworden sind, besonders schwer, weil sie oft glauben, sie könnten wieder ohnmächtig werden, obwohl kein Grund dazu vorhanden ist.
Bei Menschen mit Angststörungen, die über Schwindelzustände klagen, obwohl keine neurologischen oder vestibulären Ursachen festgestellt werden können, lassen sich zwei relativ gut abgrenzbare Syndrome unterscheiden:
Phobischer Attacken-Schwankschwindel mit und ohne Paniksymptome.
Psychogene Stand- und Gangstörung. Schreckreaktionen führen zu „weichen Knien“ als Folge der Dominanz des parasympathischen Nervensystems. Ohne subjektiven Schwindel im Kopf fühlen sich die Betroffenen “schwindlig auf den Füßen“. Sie beschreiben ein Schwanken beim Stehen und Gehen und bewegen sich langsam und zögerlich (wie auf Eis). Ständige Angst führt zu chronischer Muskelverspannung mit Gleichgewichtsstörungen. Die Betroffenen haben oft Angst vor dem Umfallen, obwohl ihnen dies noch nie passiert ist, und entwickeln agoraphobische Tendenzen. Dieser Umstand erfordert in der Psychotherapie ein stärker körperzentriertes Vorgehen.
Bei vielen Menschen mit Agoraphobie steht der phobische Attacken-Schwankschwindel mit situativ verstärkter Stand- und Gangunsicherheit ohne subjektiv erlebte Angstsymptomatik im Mittelpunkt des Erlebens. Agoraphobie und phobischer Attacken-Schwankschwindel weisen folgende Zusammenhänge auf]:
„Welche zentrale Rolle die Angst beim psychogenen Schwindel einnimmt, zeigt sich nicht zuletzt an der häufigsten umschriebenen klinischen Erscheinungsform des psychogenen Schwindels, dem phobischen Attackenschwindel. Diesen erleiden Patienten in bestimmten sozialen Situationen (Kaufhäuser, Restaurants, Konzerte, Besprechungen, Empfänge) oder angesichts typischer auslösender Sinnesreize (Brücken, leere Räume, Treppen, Straßen, Autofahren). Der Schwindel entspricht von seiner Erlebnisqualität her dem Höhenschwindel und ist durch die Kombination eines Benommenheitsgefühls mit subjektiver Stand- und Gangunsicherheit sowie einer Crescendo-Vernichtungsangst charakterisiert. Im Unterschied zur Agoraphobie oder unspezifischen Panikattacken klagen die Patienten mit phobischem Attackenschwindel nicht in erster Linie über die ‘Angst’, sondern über den ‘Schwindel’, der allenfalls die schreckliche Angst ausgelöst habe. Sie fühlen sich organisch krank. Zum Schwindel führende Sinnesreize und Situationen können rasch konditioniert werden und sich generalisieren. Es bildet sich ein entsprechendes Vermeidungsverhalten aus.“
In der Münchner Spezialambulanz für Schwindel war unter 768 Patienten nach dem benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (20,6%) der phobische Schwankschwindel (16,8%) als zweithäufigste Schwindelart anzutreffen. Ein phobischer Schwankschwindel ist durch sechs Kriterien charakterisierbar:
„Der Patient klagt über Schwankschwindel und subjektive Stand-/Gangunsicherheit bei normalem neurologischem Befund und unauffälligen Gleichgewichtstests.
Der Schwindel wird beschrieben als eine fluktuierende Unsicherheit von Stand und Gang mit attackenartiger Fallangst ohne Sturz, z.T. nur als einzelne unwillkürliche Körperschwankung.
Während oder kurz nach diesen Attacken werden (häufig erst auf Befragen) Angst und vegetative Mißempfindungen angegeben, wobei die meisten Patienten auch Schwindelattacken ohne Angst berichten.
Die Attacken treten oft in typischen Situationen auf, die auch als externe Auslöser anderer phobischer Syndrome bekannt sind (Brücken, Autofahren, leere Räume, große Menschenansammlungen im Kaufhaus oder Restaurant). Im Verlauf entsteht eine Generalisierung mit zunehmendem Vermeidungsverhalten auslösender Reize.
Patienten mit phobischem Schwankschwindel zeichnen sich meist durch zwanghafte Persönlichkeitszüge und eine reaktiv depressive Symptomatik aus.
Der Beginn der Erkrankung läßt sich häufig auf eine initiale vestibuläre Erkrankung (z.B. Neuritis vestibularis) oder besondere Belastungssituationen zurückverfolgen.“
Die illusionäre Wahrnehmungsstörung des Schwankschwindels und der Standunsicherheit der Betroffenen wird dadurch zu erklären versucht, dass viele Schwindelpatienten mit ängstlicher Selbstbeobachtung in übersensibler Weise sensomotorische Regelvorgänge registrieren, die normalerweise unbewusst ablaufen, sodass die beim freien aufrechten Stand entstehenden feinen Körperschwankungen oder unwillkürlichen Kopfbewegungen als beängstigende Beschleunigungen wahrgenommen werden.
Bei Menschen mit Schwindel zeigen sich auffällig oft Angst, Verunsicherung oder Depression. Aktuelle Konflikte und psychosoziale Stressfaktoren (partnerschaftliche oder berufliche Konflikte, Trennungen, Verluste, existenzielle Erschütterungen) bzw. krisenhafte Zuspitzungen bereits seit langem bestehender Probleme lösen dann in bestimmten Situationen recht unangenehme Schwindelattacken aus, die sich die Patienten anfangs überhaupt nicht erklären können, sodass sie wegen des gefürchteten Schwindels eine Vermeidungshaltung im Sinne einer Agoraphobie entwickeln, d.h. ihren Aktionsradius einengen.
Das Hauptproblem sind jedoch nicht die vielen situativen Bedrohungsmöglichkeiten, sondern die aktuellen Lebensumstände, die den Betroffenen oft buchstäblich „den Boden unter den Füßen“ weggezogen haben. Angesichts einer bestimmten Lebenssituation kann einem richtig „schwindlig“ werden.
In der Stand- und Gangunsicherheit drücken sich symbolisch oft zentrale Lebensfragen aus: Wie sehr kann man bzw. möchte man auf „eigenen Füßen“ stehen? Was passiert, wenn man im Leben loslässt und fällt? Wer oder was fängt einen auf?
Verhaltenstherapeuten, die diesen Hintergrund im Rahmen einer geplanten Konfrontationstherapie bei einer Agoraphobie, die primär durch Schwindelzustände und Fallängste bedingt ist, nicht berücksichtigen, gehen oft am Kern des Problems vorbei.
Eine symptombezogene Behandlung zu Therapiebeginn ist dann sinnvoll,
wenn eine derartige Therapie dem Wunsch der Betroffenen entspricht (Psychotherapeuten sollen ihren Patienten durchaus in deren Modell begegnen),
wenn durch eine Konfrontationstherapie rasch wieder ein ausreichendes Selbstvertrauen aufgebaut werden kann, das die Bewältigung der zugrunde liegenden „tieferen“ Probleme ermöglicht (bei psychosozialen Konfliktsituationen wird auf diese Weise die Einengung der individuellen Bewegungsfreiheit rasch beseitigt).
Bei Depressionen äußert sich Schwindel häufig als Leere oder Nebel im Kopf, als eine Art Schleier über Wahrnehmung und Denken, als Benommenheit oder Unsicherheit beim Gehen. Bei einer somatisierten Depression kann Schwindel ein ständig beklagtes Hauptsymptom sein. Schwindel tritt auch im Rahmen einer Neurasthenie auf, d.h. bei einer „nervösen Erschöpfung“.
Schwindel kann durch eine Hyperventilation im Rahmen einer angst- oder wutbedingten Erregung ausgelöst werden. Es kommt zu einer Verschiebung des Sauerstoff-Kohlendioxidverhältnisses im Blut, in weiterer Folge zu Gefäßverengungen und mangelhafter Blut- und Sauerstoffversorgung im Gehirn, was als Schwindel erlebt wird.
Bei älteren Menschen mit Erfahrungen von Stürzen oder längerer Bettruhe äußert sich Schwindel – abgesehen vom typischen Altersschwindel, der Ausdruck einer Mehrfachschädigung ist – oft als Gangunsicherheit, bewirkt durch die erhöhte Selbstbeobachtung und die ängstliche Erwartung zu fallen, häufig auch als Folge einer schlechten körperlichen Konstitution oder einer langzeitigen Tranquilizereinnahme.
Liebe grüße und Gute Besserung michi _________________ Ein langer Weg ein harter Kampf,egal welches Leben,alles macht Sinn,es ist halt mein Schicksal und nun bin ich wie ich bin. |
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Elli
Anmeldungsdatum: 28.03.2007 Beiträge: 1248 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 02.03.2009 18:51 Titel: |
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Hi Michi,
eui........boah, da warst du sehr fleißig, ganz lieben Dank dafür.
Tja, ich hab heut auch bißchen gegoogelt, da hab ich auch einen fast gleichen Bericht von einem Österreicher gelesen. Ich hab mir jetzt auch mal ein Buch über Schwindel bestellt, mal sehen ob es hilfreich ist.
Ich glaub irgendwie auch nicht mehr das es panisch ist, die Panik kam dadurch nur wieder. Hab heute mal nach langer Zeit Muskelentspannungsübungen gemacht, danach war es schlimmer.War heut sowieso extrem kacke.
Oh man ist das eine scheiße, mir bleibt auch nix erspart.
Ich schaffs ja nicht mal zum Doc.
Aber sag mal, wie geht es dir denn eigendlich?
Nochmals lieben Dank, Gruß Elli _________________ es ist schon schlimm genug die Erfahrung mit Angstzuständen machen zu müssen, jedoch eine große Hilfe nicht ganz allein zu sein , in dem man sich evtl. austauschen kann! Dies geht eben nur mit Betroffenen! |
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Michi69
Anmeldungsdatum: 09.07.2006 Beiträge: 921 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 03.03.2009 08:48 Titel: Hi |
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Moin Elli,
das hab doch nicht ich geschrieben das hab ich dir reinkuriert..... Mir wären die arme abgefallen wenn ich des alles hätte tippenm sollen.
Phobischer Angstschwindel charakterisiert sich durch Attacken und nicht durch Dauerschwindel.
Bei mir isses auch sehr schlecht.....
Schönen tag.Gruß michi _________________ Ein langer Weg ein harter Kampf,egal welches Leben,alles macht Sinn,es ist halt mein Schicksal und nun bin ich wie ich bin. |
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Elli
Anmeldungsdatum: 28.03.2007 Beiträge: 1248 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 04.03.2009 08:50 Titel: |
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Moin Michi,
trotzdem lieben Dank.......auch wenn's reinkuriert ist
Ich hab wieder mit nem Buch angefangen ( Frei von Angst ein Leben lang), mal sehen ob sich das von meinen anderen Angst-Büchern unterscheidet. Und das Schwindelbuch müßte ja heute auch kommen.
Gestern war es etwas besser, da war ich ganz mutig und bin mal vom 3.ten Stock runter zum Briefkasten. Es ging, aber ich war froh wieder oben zu sein. Kam mir vor wie nach einem 10 Km Sprint
Heute, bis jetzt erst mal nicht so gut........abwarten.
Was gibt es bei dir? Hast du ne Ahnung warum es wieder schlechter geworden ist? Was tust du dagegen?
Das ist doch alles eine Scheiße!!!!
Liebe Grüße, Elli _________________ es ist schon schlimm genug die Erfahrung mit Angstzuständen machen zu müssen, jedoch eine große Hilfe nicht ganz allein zu sein , in dem man sich evtl. austauschen kann! Dies geht eben nur mit Betroffenen! |
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kruemmel
Anmeldungsdatum: 26.04.2007 Beiträge: 244 Wohnort: Baden-Württemberg
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Verfasst am: 04.03.2009 10:06 Titel: |
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Hallo Elli,
tut mir leid, dass es Dir im Moment nicht so gut geht.
Hast Du schon mal überlegt, ob der Schwindel auch eine Begleiterscheinung von einem Infekt sein könnte. Bei uns in der Gegend krassiert im Moment ein total fieser Virus, der auch bösen Schwindel mitbringt. Hatte am Samstag auch so ein Schwindeltag.
Meine Bekannte hatte auch extremen Schwindel, war aber wohl eine Entzündung des Gleichgewichts-nerves. Vielleicht ist es ja gar nicht psychosomatisch sondern organisch und die Panik stellt sich durch den Schwindel dazu.
Bei mir sind die guten Zeiten auch mal wieder vorbei. Aktuell habe ich gerade berechtigte Angst meinen Arbeitsplatz wegen "schlechter Wirtschaftlicher Lage" zu verlieren. Das zieht mir gerade mal wieder die Füße weg. So ein Mist.
Schön, dass Michi und Du wieder da seid........
Ganz liebe Grüße Euch beiden.....
kruemmel |
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