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Geht es Euch auch so?
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Gertraude



Anmeldungsdatum: 28.02.2008
Beiträge: 169

BeitragVerfasst am: 01.06.2008 22:44    Titel: Geht es Euch auch so? Antworten mit Zitat

Oft weiß man nicht wohin mit sich, wohin mit sich in diesen ganzen endlosen 24 Stunden, nach denen wieder endlose 24 Stunden folgen usw. Die Rede ist hier von 24 Stunden Schwerstarbeit, von einem ewigen Hin und Her belastender Gefühle, die in endlosen starken Wellen den inneren Zustand aufwühlen, immer mit der ganz konkreten Angst, ihnen irgendwann nicht mehr standhalten zu können. Gefühle der Angst, der Panik und dann, wenn man schon fast aufgeben will, wieder vage Hoffnung, man irre sich vielleicht mit all seinen Befürchtungen oder es wäre heilbar, man müsse nur an sich arbeiten.

Immer wieder erfindet irgendeine "Macht im Inneren" immer neue Spielarten (Herzrasen, Atemnot, Angst vor unheilbaren/ unerträglichen Krankheiten, geistiger Umnachtung usw., Betroffene kennen das ja bestens) der letztlich immer gleichen Befürchtung, es breche bald irgendeine Katastrophe über einen herein, und wenn es "nur" die ist, dem inneren Druck nicht mehr gewachsen zu sein.

Man versucht einerseits, nicht so in sich hineinzuhorchen (Desensibilisierung zwecks Stabilisierung), andererseits will man möglichst frühzeitigst herannahende Gefahren erspüren, um ihnen bestmöglich/ überhaupt begegnen zu können. Es ist ein ewiges Gezerre, eigentlich ist man fast den ganzen Tag damit beschäftigt, die eine oder die andere Strategie zu verfolgen, statt seine Energien konstruktiv in die Lebensgestaltung/ -bewältigung einzusetzen. Man tritt auf der Stelle, dreht sich im Kreis, fast wie in der Geschichte Hase und Igel: So schnell man auch rennt, der Igel ist trotzdem immer schon da.

Läuft man sich nun irgendwann tot oder durchschaut man irgendwann mal dieses fiese Spiel und kann es durchbrechen?

Ich habe es so satt Sad
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Mit Wünschen sollte man vorsichtig sein
- sie könnten wahr werden.
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ona



Anmeldungsdatum: 29.04.2008
Beiträge: 136

BeitragVerfasst am: 02.06.2008 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gertraude

ja, genau das kann ich fast genauso unterschreiben. Letzte Woche Donnerstag fiel mir dazu nur noch folgendes ein. Aber nicht lachen Confused

Minuten tropfen

Gedankensplitter, Körpersplitter,
Gefühle schmecken nur noch bitter.
Der Körper rast, man ist zerfetzt,
die Seele noch ein kleiner Rest.

Das Atmen bringt zu wenig Luft,
am besten anhalten - oft versucht.
Der Körper rast, die Augen zu -
keine Ruh´.

Es zittern Arm und Bein,
fühl mich jetzt nur noch klein.
Der Körper rast, ich will gern mit, -
doch kein Schritt.

Die Augen riesig, kein klarer Gedanke,
da ist sie wieder im Herzen die Schranke.
Der Körper rast, wo geht´s nur hin -
ich steck´ tief drin.

Tabletten geschluckt, Versuch war´s wert,
doch Gefühle das leider gar nicht umkehrt.
Und der Körper rast, er zeigt mir mit Macht,
in der Seele herrscht noch Nacht.

In mir ist der Teufel los,
fand auch einen Engel - warum nur bloß?
Und der Körper rast, er schenkt keine Träne,
zeigt mir nur seine schmerzenden Zähne.

Der Versuch, mal zu liegen
versagt elendiglich -
Der Körper, er rast,
er mag mich wohl nicht.

Gedanken - verschlossenes Karussell,
Sprache finden? Nur nicht so schnell!
Der Körper rast, auch Beschäftigung ist,
zu mehr heut nicht fähig,
auch nicht mit List.

Minuten tropfen, Zeit nicht vergeht.
Ein Knoten fest im Herzen steht.
Der Körper rast, wer hält das aus?
Ich will hier raus!


Und man fängt jeden Tag wieder neu an zu kämpfen.
_________________
Liebe Grüße, ona
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hexchen



Anmeldungsdatum: 14.02.2008
Beiträge: 448

BeitragVerfasst am: 02.06.2008 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Ihr beiden!
Das Gefühl dieser starken Unruhe bis hin zur inneren Raserei kenne ich auch. Ona, das hast Du gut getroffen in Deinem Gedicht! ... und der Körper rast, er schenkt keine Träne ... Wie oft geht mir das auch so! Und dann raus wollen. Manchmal hilft es mir dann, wenn ich tatsächlich mit dem Rad rausfahre, vor mir selber wegfahre - ein bisschen von der Raserei verliert sich dann nach einiger Zeit. Ich hab so ein Wäldchen entdeckt, das jetzt "meins" ist. Wenn ich da dann steh und guck da rein und höre die Vögel piepsen, dann merke ich wieder, was mir fehlt ... fühle mich ganz verloren und einsam ... traurig .... aber es ist besser traurig zu sein, als diesen harten Knoten im Herzen und dieses Rattern in mir zu haben ...
hexchen
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englein



Anmeldungsdatum: 28.01.2008
Beiträge: 311

BeitragVerfasst am: 02.06.2008 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr drei
dieses gefühl kenne ich innere unruhe,traurig sein und immer wieder weinen. ich kriege von meinem körper genug tränen ist mir schon so zuviel. nimmt mir oft das gefühl mich zu freuen weil ich denke es kommen wieder tränen.ohne vorwarnung die hitze(WJ) kommt die tränen sind da und weg sind sie.wer kennt sich mit WJ-beschwerden aus?
das gegenteil stelle ich mir auch vor wie bei dir hexchen,beides ist nicht schön.morgen ist wieder ein neuer tag mal sehen was er bringt.
_________________
LG-englein
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Gertraude



Anmeldungsdatum: 28.02.2008
Beiträge: 169

BeitragVerfasst am: 02.06.2008 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

hexchen hat Folgendes geschrieben:

Wie oft geht mir das auch so! Und dann raus wollen. Manchmal hilft es mir dann, wenn ich tatsächlich mit dem Rad rausfahre, vor mir selber wegfahre - ein bisschen von der Raserei verliert sich dann nach einiger Zeit.


Manchmal hilft mir das auch, aber manchmal merke ich ganz deutlich, daß "man sich immer mitnimmt", egal wie weit man auch reist.

Es ist dann höchstens die körperliche Bewegung und die geistige Ablenkung, durch die es mir dann wohl besser geht, aber als nachhaltig therapeutisch wirksam empfinde ich das "Rausgehen" oder Reisen leider nicht Sad
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