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Angst-Forum Angstzustände, Panikattacken und Stress - diese Probleme berühren Millionen von Menschen täglich. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig darüber reden zu können. Dieses Forum will einen Raum dafür schaffen. Ein Herzliches Willkommen an Alle!
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Sven
Anmeldungsdatum: 03.05.2007 Beiträge: 3 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 03.05.2007 22:04 Titel: Guten Abend. Ich bin neu hier und hab eine dringende Frage: |
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Mein Name ist Sven und mich plagen seit 2 Jahren generalsisierte Angststörungen. Das geht meistens darum ,dass ich Angst vor schlimmen Krankheiten(Krebs, Tumore, Herz/Hirninfarkte, Schlaganfälle ...) habe und wenn es mir am besten gehen könnte (Sommer/Sonne/Sonnenschein und kein Stress, dann kommt von irgendwoher die Erinnerung an meine Angst und schon ist die entspannte Situation hin.
Kennt das jemand? Was aber mindestens genausoschlimm ist:
Ich empfinde manchmal Angst, ich könnte jemand Anderem etwas Schlimmes antun.
Nun bin ich recht autoritaer erzogen worden und es hat sicherlich auch schwere Misshandlungen (Schlagen mit Gürtel und Schuhen, Glasfiberstäben u.ä.)in meiner Kindheit gegeben.
Jedenfalls bis zum Alter von 14 Jahren. Dann habe ich mich gewehrt und zu meinem "Ziehvater" gesagt, wenn er mich noch einmal anfäßt ... erlebt er sein blaues Wunder (zu dem Zeitpunkt war ich größer und schon ebenso stark wie er).
Nun habe ich habe Angst, meinen Kindern Schlimmes anzutun, wenn ich mit Ihnen allein bin. Das ist total grausam für mich, da ich meine beiden Süßen (6 und 9 Jahre)sehr lieb hab und heulen könnte -wie jetzt gerade auch, wenn ich nur drüber nachdenke- !!!
Kann es sein, dass ich nur meine eigene Kindheit widerspiegel und daher diese unbewußten Ängste mit mir rumschleppe?
Beruhigt wäre ich, wenn Sie schon 15 Jahre wehren, dann könnten Sie sich wären, sollte ich Ihnen etwas Böses wollen .
Wie gesagt, dass Alles beschäftigt mich seit 2 Jahren. Ich bin seit zwei Jahren beim Therapeuten wegen der generalisierten Angststörung.
TOTAL HELFEN WÜRDEN MIR ERFAHRUNGEN VON EUCH; DAMIT ICH DAS GEFÜHL HABE, NICHT ALLEIN DAZUSTEHEN MIT MEINEN VERWIRRENDEN GEDANKEN
BITTE FÜHLEN SIE SICH/ FÜHLT EUCH EINGELADEN, MIR ZU ANTWORTEN.
Vielen Dank schon im Voraus und
freundliche Grüße aus Berlin
Sven ;o) |
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*Steffi*
Anmeldungsdatum: 07.04.2007 Beiträge: 18 Wohnort: Bergheim bei Köln
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Verfasst am: 04.05.2007 14:03 Titel: |
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Hallo Sven!
Mit Erfahrungen wie deinen kann ich leider nicht dienen, um ehrlich zu sein, ich bin hier in diesem Forum vor ein paar Wochen gelandet, weil ich das Thema Ängste in meiner Jahresarbeit bearbeitet habe. Ich habe aber viel gelesen und bin auch allgemein an Psychologie sehr interessiert und hab einiges gelesen.
Erst mal ist es ja so, dass so ziemlich alle unsere Ängste in unserer Kindheit entstanden sind, und das ist auch normal, jedes Kind hat Ängste. Der Unterschied ist nun, dass viele ihre "Kindheitsängste" ins Erwachsen werden mit rüber nehmen, und weiterhin bestehen.
Jeder hat die Fähigkeit, Angst zu empfinden. Das ist auch absolut notwendig, Angst ist wie ein Alarmsystem in unserem Körper, es macht uns bei Gefahr bereit. Reaktionen werden benötigt, um sich zu verteidigen oder zu flüchten. Angst ist eine sinnvolle menschliche Reaktion, die uns beim Überleben helfen kann, wenn wir in Gefahr sind. So war das ja auch in deiner Kindheit der Fall, du hattest Angst und musstest dich schützen, damit dir nichts passiert. Und das ist natürlich völlig normal.
Unser Alarmsystem funktioniert nicht immer richtig. Manchmal bekommen wir Angst, wo wir überhaupt nichts zu unserer Verteidigung können, weil die Gefahr in der Zukunft liegt und vielleicht nie eintreffen wird, oder wenn keine Gefahr für unser Leben besteht.
Diese Angst kann sich dann bis zur Panik steigern, wir können keinen klaren Gedanken mehr fassen, was dazu führt, dass wir schließlich nicht mehr angemessen in Situationen reagieren.
Um das besser zu verstehen, müssen wir wissen, wie unsere Gefühle entstehen.
Dass du jetzt bei deinen eigenen Kindern die Angst hast, du könntest Ihnen vielleicht etwas antun, ist verständlich. Du hast jetzt Angst, genau so zu werden wie deine Eltern und das verstehe ich total gut. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir sagst, dass GERADE WEIL du so erzogen wurdest, du auf keinen Fall so werden möchtest wie deine Eltern. Du möchtest es doch besser machen oder? Natürlich möchtest du das. Und deshalb denke ich auch nicht, dass du so werden kannst. Meinst du nicht auch? Und ich finde es toll, dass du dich in eine Therapie begeben hast, das ist der erste große Schritt, einer der wichtigsten, wie ich finde. Schließlich muss man seine Angst erst einmal erkennen, dann verstehen lernen und dann kann man auch lernen, mit ihr umzugehen und sie in den Griff zu bekommen.
So, ich denke, das reicht erst einmal an Lesestoff, ich hoffe es hat dir ein bisschen geholfen, wenn du noch mehr hören möchtest, sag Bescheid, ich nehm mir gerne die Zeit
Liebe Grüße Steffi  _________________ Wer einen Sieg über andere erringt, ist stark.
Wer einen Sieg über sich selbst erringt, ist mächtig. |
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Sven
Anmeldungsdatum: 03.05.2007 Beiträge: 3 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 04.05.2007 14:18 Titel: |
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Vielen lieben Dank Steffi.
Ich denke auch,dass es so ist, dass ich nur Angst davor habe, gleiche "Fehler" meiner Eltern zu wiederholen.
Es ist nur diese Unsicherheit, die mich so manches Mal befällt.
Man müsste in eine Glaskugel schauen können, die einem sagt, was in den nä.10 Jahren alles NICHT passieren wird. ;o)
MfG.Sven  |
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*Steffi*
Anmeldungsdatum: 07.04.2007 Beiträge: 18 Wohnort: Bergheim bei Köln
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Verfasst am: 05.05.2007 14:17 Titel: |
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Ja das stimmt, da hast du einerseits schon recht.
Aber was meinst du, was passieren würde, wenn wir das wirklich könnten? Sinnvoll wäre es nicht, sagen wir es so. Wenn wir wissen würden, welche Fehler wir begehen werden, würden wir die ganze Zeit vielleicht panisch versuchen, diese zu vermeiden. Und vor manchen Sachen hätten wir auch große Angst. Was dazu führt, dass wir dann wiederum andere Fehler machen!!!
Und ich denke nicht, dass das gut ist. Denn durch unsere Fehler lernen wir schließlich. Und durch sie lernen wir auch, in einer nächsten ähnlichen Situation angemessen zu reagieren.
Ich habe schon einiges mitgemacht und viele Fehler in meinem Leben gemacht. Aber was soll ich da schon machen? Ich kann nichts mehr ändern, und ich stehe zu meinen Fehlern, zu jedem einzelnen, und auch wenn sie nicht toll waren, bereue ich keinen. Weil ich viel daraus gelernt habe. Und weil sie mich zu dem Menschen machen, der ich heute bin.
Was meinst du dazu? Ähnliche Meinung? Oder würdest du das trotzdem gerne können?  _________________ Wer einen Sieg über andere erringt, ist stark.
Wer einen Sieg über sich selbst erringt, ist mächtig. |
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*Steffi*
Anmeldungsdatum: 07.04.2007 Beiträge: 18 Wohnort: Bergheim bei Köln
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Verfasst am: 05.05.2007 14:22 Titel: |
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Und wenn wir sehen würden, was NICHT passiert?
Dann würden wir auf diese Fehler nicht mehr achten, und das ist auch nicht sinnvoll oder? Vielleicht haben wir dann einerseits eine Sorge weniger, aber wir würden uns auf andere Sachen konzentrieren und die eigentlich wichtigen Dinge im Leben nicht mehr sehen. Weißt du was ich meine?  _________________ Wer einen Sieg über andere erringt, ist stark.
Wer einen Sieg über sich selbst erringt, ist mächtig. |
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