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Angst-Forum Angstzustände, Panikattacken und Stress - diese Probleme berühren Millionen von Menschen täglich. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig darüber reden zu können. Dieses Forum will einen Raum dafür schaffen. Ein Herzliches Willkommen an Alle!
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sam84
Anmeldungsdatum: 01.09.2008 Beiträge: 8 Wohnort: Kreis Recklinghausen
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Verfasst am: 06.09.2008 16:40 Titel: Hallo Leute! |
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Ich bin neu hier und etwas unbeholfen. Es ist toll das es Foren gibt in denen man sich austauschen kann, denn ich kenne niemanden sonst der in dieser Situation ist. Manchmal fühlt man sich wie ein Außerirdischer.
Bin 24 und mittlerweile seit 10 Jahren immer wieder in therapeutischer Behandlung, damals „nur“ wegen Depressionen und später auch Borderline, aber vor 4 Jahren kamen auch eine Angst- und Panikstörung dazu. Ich war schon als Kind sehr schüchtern und ängstlich, aber das kann man gar nicht mit heute vergleichen. Die Gründe dafür kenne ich, denn das wurd in den Therapien immer wider durchgekaut, aber weitergebracht hat mich das auf Dauer nicht. Ich hab so ziemlich vor allem Angst, selbst vor meinen Freunden, bzw. denen die ich noch hab. Nur bei meinem Freund fühl ich mich zu Hause, doch es ist schwer unter solchen Umständen eine Beziehung zu führen. Als die Panik anfing verlor ich meine Arbeit und musste in eine Klinik. Danach konnte ich an einer Maßnahme vom Arbeitsamt teilnehmen, aber als die vorbei war kamen die Panikattacken, schlimmer den je, wieder. Bin jetzt seit einem Jahr arbeitsunfähig und geh bald wieder in eine Klinik.
Weiß wirklich keinen Rat mehr und würde mich freuen wenn, ihr mir sagt wie ihr damit lebt, welche Erfahrungen ihr mit Kliniken habt, ob es besser wird oder ob ihr ein paar Tipps habt.
Lg sam84 |
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hexchen

Anmeldungsdatum: 14.02.2008 Beiträge: 448
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Verfasst am: 09.09.2008 14:40 Titel: |
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Hallo Sam!
Außerirdischer ist gut gesagt! Ich komme mir mit meiner Panik auch oft so vor, als ob ich nicht dazu gehöre. Dabei brauchen wir Angsthasen doch erst recht Unterstützung und Gemeinschaft.
Du hast ja auch schon viel mitmachen müssen. In was für einer Klinik warst Du denn? Ich war vor zwei Jahren ein paar Wochen hier im LKH und danach 3 Monate in der Tagesklinik. Das LKH sehe ich so als ersten Schritt, hab mich da aber nicht so gut behandelt gefühlt. In der Tagesklinik fand ich es dann aber ganz, ganz toll. Das hat mir sehr geholfen. Davon zehre ich immer noch und hoffentlich immer weiter. Was mir geholfen hat, war, dass man dort angenommen wurde, wie man ist, mit allen Macken. Und man bekam Unterstützung, so, wie man es grad brauchte, kein Zwang. Das hat mir viel Mut gemacht, meinen eigenen Weg zu suchen. Erstmal hat es mir die Freude am Leben wiedergegeben. Und dann versuche ich seitdem, in kleinen Schritten dort weiterzumachen, wo es mir Spaß macht - wie z.B. meine Radtouren - oder ich mache die nötigen Arztgänge. Da bin ich auch schon froh, wenn ich sowas schaffe. So kleine Schritte immer wieder wagen, das wäre mal so mein Tip. Auch wenn sie nur ganz winzig scheinen, es macht Mut!
Naja, und nicht aufgeben, mit Freunden was zu machen, auch wenn es oft schwer fällt! Wie schön, dass Du Dich bei Deinem Freund gut fühlst!
Darf ich fragen, was Du gearbeitet hast? Hat Dir das Spaß gemacht? Manchmal bekommt man ja auch Panik, weil einem was einfach nicht gut tut. Vielleicht hast Du das Richtige, was Du machen willst, noch nicht gefunden!?
Erstmal drücke ich Dir die Daumen, dass Dir die Klinik hilft und es Dir bald besser geht!
hexchen _________________ "Es gibt keine vollkommenere Unterwerfung als die, der man den Schein der Freiheit zugesteht." (Rousseau) |
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sam84
Anmeldungsdatum: 01.09.2008 Beiträge: 8 Wohnort: Kreis Recklinghausen
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Verfasst am: 11.09.2008 18:49 Titel: |
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Hallo hexchen!
Ich freue mich sehr über deinen Beitrag! Ich war zehn Wochen stationär und zwei Wochen tagesklinisch in der LWL- Klinik Herten. Ich hab mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt, die Menschen dort waren mehr Familie als meine eigene. Außer mir gab es nur eine weitere Patientin mit einer Angststörung. Deswegen hab ich mich hier angemeldet, denn man denkt oft dass man alleine damit ist. Leider wird man immer nur ausreichen stabilisiert, so dass man grade wieder laufen kann und schon ist man wieder entlassen. Es hat sich mittlerweile dort alles verändert. Angsterkrankungen werden dort nicht mehr in dem Maße behandelt wie damals und es ist gar nicht einfach eine Klinik zu finden die einem ein gutes Gefühl vermittelt!
Das mit der Arbeit ist tatsächlich auch ein Auslöser für meine Panikattacken! Ich hab Zahnarzthelferin gelernt und bin damit nicht sehr Glücklich gewesen. In der Ausbildung ging es noch, doch als ich dann bei einem anderen Arzt angefangen habe, war das Arbeitsklima so schlecht, das mein ganzer Tag aus Angst bestand. Ich habe später, nach der Klinik, in einem Kindergarten gearbeitet und das war eine schöne Erfahrung. Der Beruf liegt mir sehr, aber ich bin leider trotzdem wieder krank geworden und es ist schlimmer als damals…
Ich würde gerne wissen wie Du das mit den kleinen Schritten schaffst? Also wie man nicht den Mut verliert, denn das fällt mir manchmal sehr schwer. Ich kann mich auch nicht wirklich freuen, wenn ich was gemacht habe, das mir Angst macht, weil dann schon wieder das nächste kommt.
Danke für das Daumen drücken! lg sam84 |
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hexchen

Anmeldungsdatum: 14.02.2008 Beiträge: 448
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Verfasst am: 11.09.2008 21:39 Titel: |
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Hallo sam84!
Ja, mir war die Tagesklinik auch zu kurz. Mir ging es danach auch nicht gleich gut, im Gegenteil, denn zwei Wochen später starb meine Mutter. Das war dann echt zuviel. Aber mit dem neugeschöpften Mut aus der Tagesklinik und mit der Hilfe meines Mannes, der wusste, was es heißt, wenn die Mutter stirbt, habe ich mich dann tapfer durchgekämpft.
Also, das mit den kleinen Schritten war bei mir in der Tagesklinik irgendwie von allein entstanden. Ich hatte mich ja vorher nirgendwo mehr hingetraut, zum Schluss traute ich mich nicht mal mehr aus dem Zimmer. - Bei der Tagesklinik war der Wald nicht weit, und ich liebe die Natur so sehr. Aber gerade in den Wald traute ich mich gar nicht mehr. Aber plötzlich lockte mich das dann und ich bin in einer Mittagspause mal bis zum Waldrand gefahren. Puhhh, beim ersten Mal machte es mir schon Angst, überhaupt darein zu gucken. Und dann hab ich gedacht, ich geh mal den einen Weg ein kleines Stück und wieder zurück. Und das ging! Am nächsten Tag den gleichen Weg ein Stückchen weiter ... juchhuuuu! Und dann immer so weiter. Auf die Art und Weise habe ich mir ein großes Stück Wald und Umgebung hier zurückerobert. Immer noch kriege ich Angst, wenn ich wieder ein Stück weiter will, Angst, ich kann nicht mehr oder verirre mich. Aber wenn ich nach so einer Tour wieder zuhause bin, dann freue ich mich! - Mit Arztgängen versuche ich es ähnlich, erstmal die weniger ängstigenden und dann so weiter. Geht bis jetzt auch so einigermaßen.
Das heißt nun nicht, dass ich dauerglücklich bin. Aber immer, wenn es mal wieder stockt und bockt, dann denke ich an das, was ich in der Tagesklinik mitbekommen habe: Was will denn ich? Was sagt mir mein Herz?! ---
Ich würde gern noch viel mehr schaffen, aber wenn ich zuviel will oder soll (!), dann krieg ich Dauerkopfweh, und dann geht nix mehr. Also weiter kleine Schritte ...
Es sind eigentlich beides schöne Berufe, die Du gemacht hast. Das Arbeitsklima ist glaube ich ganz doll wichtig. Ich hatte auch mal nen ganz schlimmen älteren Kollegen, ich war erst 17 und hatte null Ahnung. Da hat mich auch nur gerettet, dass eine Frau aus dem Betriebsrat das gemerkt hat und mich aus dem Zimmer hat nehmen lassen.
Vielleicht ist die Arbeit im Kindergarten nur im Moment für Dich zu belastend, weil es Dir ja nicht gut geht. Jetzt muss es wohl erstmal ganz um Dich gehen!
Vielleicht gibt es auch für Dich irgendetwas, was Du sehr gerne machst oder magst, und wofür es sich lohnt zu kämpfen!!!?
hexchen _________________ "Es gibt keine vollkommenere Unterwerfung als die, der man den Schein der Freiheit zugesteht." (Rousseau) |
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sam84
Anmeldungsdatum: 01.09.2008 Beiträge: 8 Wohnort: Kreis Recklinghausen
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Verfasst am: 21.09.2008 23:44 Titel: |
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Ich danke dir das du mir geantwortet hast. Es ist komisch da, man sich ja nicht kennt, aber für mich ist das eine riesen Hilfe, sich einfach mal austauschen zu können.
Das mit deiner Mutter tut mir sehr Leid, schlimmer kann es kaum kommen! Ich war in einer ähnlichen Situation. Mein Vater bekam einen Virus, die Ärzte wissen bis heute nicht was es für einer war. Er lag zwei Monate im künstlichen Koma, drei mal haben die Ärzte angerufen, das es jetzt so weit sei und wir uns verabschieden sollen...die Zeit war wirklich schlimm, weil er auch immer dünner wurde, aber wir hatten viel Glück und er wurde, auch wenn die Ärzte es nicht für möglich gehalten haben, wieder gesund. Das Gefühl das man ein Elternteil verliert ist wirklich furchtbar. Ich finde es schön das dich das nicht ganz zurück geworfen hat und hoffe das es auch weiterhin besser wird!
Die Arbeit im Kindergarten hab ich auch wirklich gerne gemacht und ich hoffe, das ich irgendwann nochmal in einem arbeiten kann, hab nur leider keine Ausbildung in dem Bereich gemacht. ich hoffe das die klinik mir hilft. Leider dauert das nur so lange bis ich endlich da hin darf, weil ich einen Antrag stellen musste. Ich hab eine klinik gefunden die genau auf meine Diagsoen spezialisier ist. Da wird aber anders abgerechnet und das bedeutet Papierkram...dabei könnte mich die Klinik innerhalb von kurzer Zeit unterbringen. Das kostet alles sehr viel Kraft, aber es hilft mir zu hören das es Menschen gibt die es schaffen, auch wenn es Schritt für Schritt ist.
lg sam84 |
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