Angst-Forum
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Lilly



Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 27
Wohnort: Thüringen/Hessen

BeitragVerfasst am: 13.06.2007 15:52    Titel: Hallo Antworten mit Zitat

Hallo,
ich will demnächst mal öfter auf das Forum gucken und dachte mir ich stell mich auch mal vor.
Meine erste Panikattacke hatte ich wahrscheinlich mit etwa 7 Jahren. Ich kann mich noch genau daran erinnern aber nicht mehr an das Alter. Aber über das 10. Lebensjahr war ich noch nicht hinaus. Es war so, dass wir (meine Famile und Omi) am 1. Weihnachtsfeiertag gerade zu Mittag aßen. Zu hause, wir waren in keiner Gaststätte. Wir hatten damals noch eine Sitzecke. Und ich musste zwischen meiner Schweste und meiner Oma sitzen, weil ich ja noch sooo klein war. Und plötzlich ist mir über geworden und heiß und ich dachte ich bekomm keine Luft mehr. Dann bin ich aufgesprungen und über den Tisch geklettert und ins Bad gelaufen um mich über die Toilette zu hängen, als ob ich mich übergeben müsste. Und meine Fam. natürlich hinter her und alle gefragt was denn los sei. Das Bad war Schlauchförmig und vielleicht 4 qm groß und alle standen wieder da und haben mich eingeengt. Ich mich durch alle durch gekämpft und in mein Zimmer (was ein Durchgangszimmer war) gerannt, in mein Bett gelegt auf den Rücken, meine Arme neben den Körper gelegt und hyperventiliert (ich weiß jetzt auch nicht wie man das schreibt). Meine Fam. wieder in mein Zimmer hinterher und wieder gefragt was ist. Und ich weiß nur noch wie ich imme gesagt hab "Mein Herz bleibt stehen, meine Herz bleibt stehen..." Es war furchtbar. Es ging dann wieder irgendwann. Und ich weiß auch nicht mehr was meine Eltern damals zu mir gesagt haben oder hinterher mit mir geredet haben. Einige Zeit später haben meine Eltern mich zu einer Frau gebracht die sich "mit mir unterhalten" wollte. Eine Psychologin. Das hatte ich aber damals nicht so richtig geschnallt. Die hat mir auch erstamal geholfen. Sie sagte ich soll mir wenn ich einschlafe meine Lieblingskuscheltier auf das Herz legen, das passt dann auf, dass es weiter schlägt und mir nichts passiert. Das hat dann auch erstamal geklappt und die Anfälle gingen wieder weg. Ich war etwa 2 Jahr bei ihr in Behandlung, aber genau weiß ich das auch nicht mehr, weil ich ja noch ziemlich jung war. Die ganze Zeit der Behandlung hat sie sich auch nicht mit mir über die Angst unterhalten. Teilweise saß sie auch mit meiner Mutter da und hat mich angeguckt und festgestellt, dass ich das mache um im Mittelpunkt zu stehen. Ich habe keine gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Damals hab ich es nicht gemerkt das sie mich "nicht leiden" kann. Ich schreib das in " weil ich denke jede Mutter liebt ihr Kind. Aber ich hab teilweise die Bilder noch vor mir wie diese beiden Frauen mich angeguckt haben. Und meine Mutter guckt mich heute immer noch so an. So eine Mischung aus Verachtung und noch irgendwas was ich nicht benennen kann. Neid? Stolz? Bewunderung? Irgendwas in die Richtung. Ich will das sie stolz auf mich ist aber bewundern soll sie mich nicht, das ist meine Aufgabe. Ich will sie bewundern können und dürfen.

Also irgendwann war die Angst wieder weg. Mit 16 hatte ich eine Freundin mit der ich in unserer Schulmittagspause in einen Supermarkt gegangen bin und Keckse geholt hab. Irgendwann kamen wir dann wieder zurück und sie bekommt einen Krampfanfall. Das war der Auslöser, dass die Angst wieder gekommen ist für etwa 1 Jahr.

Letztes Jahr hab ich mein Abitur nachgeholt. Ich habe eigentlich schon einen Beruf gelernt. Und meine Mutter hat immer gesagt sie wäre so stolz auf mich wenn ihre Kinder (sie hat 3) Abi hätten. Also hab ich das Abi nachgeholt. Ganz gut eigenltich, mit 2. Ich muss dazu sagen das ich wahrscheinlich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche hab die in der Grundschule übersehen wurde. Und mit einem Hauptschulabschluss angefangen hab. Jetzt hab ich Abi und studiere. Ich hänge das nie an die große Glocke und erzähle es auch nie jemanden. Aber hier kennt mich ja sowie so keiner. Aber meine Mutter weiß wie es bei mir lief und ich WILL dass sie stolz auf mich ist! Statt dessen zieht sie mit meiner großen Schwester über mich her, lacht mich aus, stellt mich bloß, zweifelt an mir, hat immer an mir zu nörgeln und redet immer so was von abwertend von mir. Sie selber hat auch mal studiert und abgebrochen. Ich hab immer versucht eine Tochter die ihren Ansprüchen entspricht zu sein. Letztens hat sie mich so provoziert das ich angefangen hab zu heulen. Dann bin aufgestenden und in mein Zimmer. Ich hasse es vor Menschen zu weinen. Sie hat mich nicht getröstet. Sie hat nur gegrinnst. Nicht deutlich, aber sichtbar. Sie weiß von meinen Panikattacken. Und trotzdem hat sie es heraus provoziert. Ich kann auch nur bei Licht schlafen. Was sie auch weiß, darauf hin hat sie mir mein Kindergeld gekürzt um die Stormkosten zu decken. Aber ich hab einen ganz lieben Papa. Das ist auch der Grund warum ich immer wieder zu hause bin. Ich wohne in Thüringen studiere aber in Hessen.

Gestern hab ich mit einer aus meinen Wohnheim gekocht und mitten drin kam wieder so eine Attacke. Ich kenne sie noch nicht lange und das war mir natürlich schon peinlich. Aufzuschrecken und mir an Herz fassen. Wenn das jemand nicht weiß, der denkt ich greif mir an die Brust.

Mir geht es eigentlich gut. Ich bin glücklich mit meinem Studium auch wenn es manchmal anstrengend ist. Aber diese immer wieder kehrende Angst schränkt mich in meiner Lebensqualität völlig ein. Ich hasse sie, ich will sie auch nicht mehr. Ich will gar keine Angst mehr haben. Ich komme mir vor wie ein Trotel. Ich bin übriegens 23 jetzt und mach mir wirklich Sorgen ob ich das jemals wieder los bekomme. Im Oktober will ich nach Rom für 6 Monate da kann ich diese Panik nicht gebrauchen.

tut mir leid wenn ich es etwas übertrieben hab mit meinem Beitrag!
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hodapp



Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 57
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 13.06.2007 22:11    Titel: Willkommen Lilly! Antworten mit Zitat

Erstmal willkommen im Forum und es braucht dir nicht leid tun das du lange Texte schreibst, es geht hier ja um einen tieferen Austausch und niemand wird zum lesen gezwungen. Very Happy

Das tut mir leid! Das das so früh bei dir angefangen hat.
Ich finde das eine großartige Leistung von dir das du dein Abitur gemacht hast und jetzt studierst.

Ich finde das was deine Mutter macht überhaupt nicht in Ordnung, das hört sich für mich stark nach Eifersucht an. Leidet deine Mutter vielleicht an psychischen Problemen die sie mit deiner Unterdrückung zu kompensieren versucht?

Wovor hast du den genau Angst? Du wirst die Angst nicht loswerden, denn Angst ist etwas natürliches und schützt uns vor Risiken, aber du kannst lernen sie zu beherrschen. Sie auf das Richtige Maß zurecht zu stutzen.
Du brauchst dich nicht vor der Reaktion Andere zu fürchten, die meisten Menschen reagieren mit Verständnis, wenn man sie in die Situation einweiht. Wenn jemand an einem Angstsyndrom leidet ist er kein Trottel, sondern krank. Ein Querschnittsgelähmter ist ja auch kein Trottel er kann halt nicht mehr laufen. Aber Du kannst gegen deine Krankheit angehen. Tue das wovor du am meisten Angst hast und/oder sprich mit einem Fachmann: Psychologe oder Arzt.

Viele Grüße Philipp
PS: Wenn du dir noch mehr von der Seele schreiben willst, dann nur zu.
_________________
Enthaltsamkeit kann ein Segen sein, wenn man sie in Grenzen hält.
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Angela



Anmeldungsdatum: 13.06.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 13.06.2007 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

hallo, bin immerwieder erstaunt, wie lässig andere leute tips zu diesem thema geben. eine frau schrieb, gehe deine angst einfach nur an und dann geht das schon. ich habe seit über 22 jahren angst und konnte bisher auch keine wirkliche hilfe finden, als einfach damit zu leben. seit einem halben jahr ist mein leben völlig aus den fugen geraten, der mensch den ich am meisten vertraut habe, hat mich ein jahr lang völlig gemein hintergangen und jetzt auch noch dazu verlassen. aber ich kämpfe, so wie ich es immer getan habe. würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich irgendeine hilfe fände. aber bitte nicht, gehe deine angst an. ich bin sehr sehr müde nach der ganzen letzten zeit, die wie eine höllenfahrt war. aber ich bin stark!
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hodapp



Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 57
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 13.06.2007 23:06    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich ist das genauso ein ernstes Thema und ich mache mir wirklich Gedanken was ich schreibe und wie ich anderen Menschen helfen kann. Nur Wunder gibt es leider nicht und es ist und bleibt ein mühsamer und harter Kampf mit der Angst!
Du bist natürlich herzlich eingeladen über deine 22Jahre Angst zu berichten und anderen Hilfe zu geben und selbst Hilfe zu empfangen.
Wenn dich jemand hintergeht sei froh, wenn dieser Mensch dich verlässt. Und besinne dich auf deine Stärken und hör nicht auf zu kämpfen!

Aber wenn dir diese Plattform der Kommunikation nicht genügt, dann kannst du gerne im noch gerne im entsprechend Thread :http://www.angst-informationen.de/angst-forum/forum-anzeigen---dampf-ablassen-f4.html deinen Frust auslassen.

Wir können dir hier aber keine medizinischen und AbzockerSpam Ratschläge geben, dafür gibt es Ärzte, Psychotherapeuten und Apotheker.
_________________
Enthaltsamkeit kann ein Segen sein, wenn man sie in Grenzen hält.
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Chi
Gast





BeitragVerfasst am: 14.06.2007 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angela,
ich weis, dass manche einfach sagen: Gehe deine Angst einfach nur an. Aber es stimmt eben. "Einfach" kann man jedoch nicht sagen. Ich bin erst 21 und kämpfe schon seit ca. 10 Jahren mit der Angst.
In einer psychosomatischen Klinik habe ich vieles gelernt!!
Man muß eben auch bereit sein etwas gegen seine Angst zu tun. Aber durch warten, dass die Angst weg geht, da kannst du vergeblich warten. Man muß gezielt die Angst angehen, dinge versuchen, vor denen man am meisten schiss hat. Ich bin auf einen Fernsehturm hochgefahren 112m ich hatte vorher solche Angst, vorallem vor dem Aufzug, doch ich habs getan!!
Und mir hat es sogar sehr gut auf dem Turm gefallen.
Leider hat man nicht immeer die Kraft solche Dinge zu tun, dass hab ich am eigenen Leibe erfahren. Ich finde es gut, dass du kämpfst, aber tust du auch das Richtige für dich.
Hast du professionelle Hilfe? Das ist wirklich ganz, ganz wichtig!!! Vorallem nach einem schmerzhaften Erlebnis würde dir das sicher helfen.
Aber nur du kannst entscheiden, was du willst. Ich wünsche dir alles Gute.
LG Sina
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