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Angst-Forum Angstzustände, Panikattacken und Stress - diese Probleme berühren Millionen von Menschen täglich. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig darüber reden zu können. Dieses Forum will einen Raum dafür schaffen. Ein Herzliches Willkommen an Alle!
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marypoppins01
Anmeldungsdatum: 05.03.2007 Beiträge: 20 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 07.04.2007 22:47 Titel: Jeder Tag ist etwas besonderes |
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Mein bester Freund öffnete die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holte ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus.
Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin.
Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und die Spitze. "Dies kaufte ich, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her. Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit bewahren. Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen!"
Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die von dem Bestattungsinstitut mitgenommen wurden.
Seine Frau war gestorben.
Als er sich zu mir umdrehte, sagte er: "Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf! Jeder Tag, den du lebst, ist ein besonderer Anlass."
Ich denke immer noch an diese Worte. Sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt.
Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust darauf habe, anstatt sie für Festtage aufzuheben. Sätze, wie z. B. "Eines Tages ..." oder "An einem dieser Tage ..." sind dabei, aus meinem Vokabular verbannt zu werden. Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird (ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen).
Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und engen Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen.
Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.
Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich "an einem dieser Tage" in Verbindung hätte setzen sollen.
Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich "an einem dieser Tage" schreiben wollte. Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich ihn liebe.
Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, dass jeder Tag etwas Besonderes ist ... jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes.
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Mein Onkel, war auch so ein Mensch, er sagte mir auch immer, das wir uns viel zu selten sehen, das wir uns viel zu sehr in den Unwichtigen Dingen des Alltags verlieren...nicht auf das Wesentliche achten, auf das was uns wichtig ist, auf die Menschen die uns wichtig sind.Das das Leben so schnell vorbei sein kann.
Ich habe darüber geschmunzelt und doch wohl immer gedacht, das ein Fünkchen Wahrheit daran ist......trotzdem.......geändert habe ich nichts.
Ich habe ihn trotzdem nicht öfter besucht.........
Letztes Jahr im Juli ist er mit 54 Jahren einfach so tot umgekippt........Plötzlicher Herztod.......
Für mich immer noch unbegreiflich...und traurig...Wie gerne hätte ich ihn nochmal gesehn, mit ihm gesprochen, ihn umarmt.
Aber das ist nun vorbei und geht nicht mehr...
Deswegen hat mich die Geschichte oben sehr berührt und nachdenklich gemacht. |
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Annelore

Anmeldungsdatum: 19.04.2007 Beiträge: 84 Wohnort: Wörnersberg
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Verfasst am: 20.05.2007 13:55 Titel: |
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Halihallo
Dein Bericht, hat mich sehr angesprochen und nachdenklich gemacht.
Deshalb denke ich auch man lebt halt und oft sehr unbewusst von einen Tag in den anderen. Ist doch eigentlich traurig und erkennt oftmals das wesentliche nicht.
Liebe Grüsse von Annelore  |
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hodapp
Anmeldungsdatum: 18.05.2007 Beiträge: 57 Wohnort: Karlsruhe
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Verfasst am: 20.05.2007 15:35 Titel: |
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Ich finde deinen Bericht sehr gut, da es immer was gutes hat wenn man sich die Zeit nimmt und sein Leben zu geniesen.
Dabei muß ich immer an die " Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral" denken:
Ein Tourist geht an einem Strand entlang und sieht einen Fischer faul in der Sonne liegen. Er fragt ihn was er den so mache darauf der Fischer:" Ich liege nur so da und geniese die Sonne." Darauf fragt der Tourist ob er den nichts zu arbeiten hätte. Der Fischer antwortet: "Natürlich, könnte ich arbeiten, ich könnte raus aufs Meer fahren und Fische fangen. Aber ich hab vor ein paar Tagen einen guten Fang gemacht und die Familie ist versorgt. " Der Tourist ist empört: " Aber wenn sie jetzt wieder rausfahren würden, dann könnten sie doch nochmehr Fische fangen!" Der Fische nickte zustimmend: "Ja da haben sie natürlich Recht. Nur was hätte ich dann davon." Der Tourist wird ganz aufgergt: "Sie könnten die überschüssigen Fische verkaufen und mit dem Gewinn kaufen sie sich ein großes Motorboot, damit können sie dann noch mehr Fische kaufen und dann kaufen sie noch ein Boot, stellen jemand ein und machen noch mehr Gewinn. Irgendwann kaufen sie dann einen Hubschrauber und überwachen den Fischfang von der Luft aus, spüren ganze Fischschwärme auf. Und irgenwann, wenn sie genug verdient haben setzen sie sich dann zur Ruhe und geniesen das Leben. Sie können dann den ganzen Tag in der Sonne am Strand liegen ." Da lächelt der Fischer: "Aber das mache ich doch bereits jetzt!" Verwirrt geht der Tourist seines Weges.
Deshalb Lebe nicht um zu arbeiten, sonder arbeite um zu Leben.  _________________ Enthaltsamkeit kann ein Segen sein, wenn man sie in Grenzen hält. |
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