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Keine Panik :-)

 
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Thomas D.



Anmeldungsdatum: 28.05.2008
Beiträge: 14
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 29.05.2008 09:22    Titel: Keine Panik :-) Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hatte vor etwa fünf Jahren eine schwere Panikstörung mit Panikattacken, die alle zwei Stunden kamen und etwa eine halbe Stunde gedauert haben. Die meisten von euch wissen, was das bedeutet. Ich war völlig am Ende und wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen. Einmal habe ich den Notarzt kommen lassen, weil ich fest davon überzeugt war, es geht gleich mit mir zu Ende. Eine Woche später habe ich die Bereitschaftsärztin kommen lassen, die mir freigestellt hat, mich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Sie selber hat nichts bei mir feststellen können. Das habe ich dann auch gemacht und bin in der Klinik mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung zwei Wochen geblieben, anfangs auf der Beobachtungsstation mit Dauer-Monitor. Dass ich Panikattacken hatte und organisch völlig gesund war, hat dort niemand bemerkt. Es gab auch keine Möglichkeit, mit einem Psychologen zu sprechen, obwohl ich darum gebeten habe. Sehr mies.

Mein Hausarzt, den ich direkt nach dem Klinikaufenthalt aufgesucht habe, hat mich dann zu einer Psychiaterin geschickt. Die war sehr nett und hat mir Tabletten angeboten, sie hat mir aber auch empfohlen, es erst einmal mit Entspannungstechniken zu probieren. OK, ich habe die Tabletten erstmal abgelehnt und habe auf Entspannungstechniken zurückgegriffen, die ich schon als Zehnjähriger gelernt habe, nämlich das gute alte Autogene Training nach Schulz. Was soll ich sagen, das brachte mir eine sofortige Linderung meiner Beschwerden!

Langsam kamen die Attacken immer seltener, erst nur noch vier am Tag, dann vier in der Woche, dann eine in zwei Wochen usw. Nach einem Jahr war nichts mehr zu spüren, nur noch ein Druckgefühl in der Brust und ein fast allgegenwärtiger Kloß im Hals blieben mir zurück. Ich habe dann eine Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundiert) angefangen, und nach einem weiteren Jahr waren auch diese Restsymptome verschwunden.

Da ich mich schon als 16jähriger sehr viel mit Hypnose beschäftigt habe, und ich nun angefangen hatte, mich für Psychologie zu interessieren, habe ich dann eine Ausbildung zum Hypnosetherapeuten begonnen, zunächst nur als Hobby und zur Erweiterung meines Horizonts. Aber jetzt bin ich Heilpraktiker für Psychotherapie und Hypnosetherapeut in München. Es wirklich unglaublich, wie viele Menschen unter Ängsten leiden. Ich hatte ja echt geglaubt, ich wäre ein Sonderfall und habe mich geschämt, davon zu erzählen. Aber der Großteil meiner Klienten kommt mit Angsterkrankungen zu mir. Und ich kann nur sagen, dass Hypnose - wenn sie richtig gemacht wird - gegen die Monster aus der seelischen Tiefsee helfen kann, und ich bin sehr froh, diese Arbeit (als zweites Standbein) machen zu können. Das soll keine Werbung für meine Hypnosepraxis sein, sondern nur eine Empfehlung, es mal mit Hypnose und vor allem auch mit Entspannungstechniken zu probieren.

Ich habe vor einiger Zeit eine kleine 25-minütige Entspannungsawendung gemacht, die Teile aus dem autogenen Training und Teile aus dem entspannenden Qigong erhält (wie ich es in China gelernt habe). Diese Anwendung stelle ich als freien Download (mp3) zur Verfügung. Sie ist sicherlich nicht für jeden etwas, aber vielleicht kann sie dem einen oder anderen helfen. Würde mich freuen, wenn ich damit zu einer entspannteren und angstfreieren Welt beitragen könnte. Wink Ihr findet den Download auf meiner Website unter http://www.hypnose.smartone.de.

Das soll wie gesagt keine Eigenwerbung sein, deshalb habe ich mich auch mit meinem Realnamen angemeldet. Ich stehe gern Rede und Antwort zu euren Fragen, und ich denke, dass ich hier auch noch eine Menge lernen kann.

Lieben Gruß und sorry für den weitschweifigen Artikel,
Thomas
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Michi69



Anmeldungsdatum: 09.07.2006
Beiträge: 921
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 30.05.2008 14:00    Titel: Re: Keine Panik :-) Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,
willkommen im Forum.
Hmmmmmmmmm,ich hab mich viel mit der Hypnose beschäftig und es hat mich schon lange gereizt mal etwas in der Richtung zu versuchen,nur leider war mir das Ganze zu teuer.Wenn ich sicher wüßte das das wirklich hilft????????Hmmmmmmmm.....Erklär mal wie geht das vorsich???Wie viele sitzungen braucht man ect?????

Weißt du nun eigentlich den Grund für deine Panik?????Ich weiß nicht,ich glaub manchesmal all die schlimmen Dinge die ich erleben mußte können nicht der Grund sein,denn sonst müßte sich ja nach Jahrelanger Therapie und einigen kliniken mal was bessern.Oder????

Sollte mein Pc es schaffen werd ich mir das mal runter laden.Schaun wir mal.
Fein mal wen Betroffenes vom Fach hier zu haben.

Liebe Grüße Michi
_________________
Ein langer Weg ein harter Kampf,egal welches Leben,alles macht Sinn,es ist halt mein Schicksal und nun bin ich wie ich bin.
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Thomas D.



Anmeldungsdatum: 28.05.2008
Beiträge: 14
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 30.05.2008 15:37    Titel: Re: Keine Panik :-) Antworten mit Zitat

Hallo Michi,

danke für deinen Willkommensgruß.

Sicher wissen, ob Hypnose wirklich hilft, kann man wirklich nicht, denn Hypnose ist nicht gleich Hypnose. Ich hatte schon Klient(inn)en bei mir, die vor mir viele nutzlose Sitzungen bei anderen Hypnosetherapeuten hatten ... Nur weil es ein Psychologe oder Arzt ist, der die die Hypnose durchführt, heißt das noch lange nicht, dass es auch etwas bringt. Ich selber hatte meine erste Hypnose mit zehn Jahren bei einem Psychiater (wegen einer ganz anderen Angelegenheit). Ich erinnere mich gut daran, und das war irgendeine Traumreise oder so aber keine Hypnose. Ich will das auch gar nicht verallgemeinern.

Es gibt leider kein Patentrezept für Hypnosetherapie gegen Ängste, es handelt sich immer um ein Geschehen mit vielen Faktoren, die zusammentreffen, und diese Faktoren sind immer unterschiedlich. Sonst könnte man ja eine Hypnose-CD machen: "Hypnose gegen generalisierte Angststörung" oder dergleichen.
Ich gehe in der Regel so vor, dass ich in der ersten Sitzung eine Hypnose zum Kennenlernen mache, in der ich relativ allgemeine Suggestionen gebe, die vor allem auf eine positive Grundhaltung dem Leben gegenüber abzielen. Im Vorgespräch filtere ich schonmal ein paar Glaubenssätze heraus, die genannt werden:
Ich schaff das alles nicht. Das wird mir alles zuviel. Wenn ich allein bin, verschlimmert sich dieses oder jenes. Ich muss immer stark sein. Ich gehöre zu den Menschen, die so und so auf dieses oder jenes reagieren. Ich darf mich nicht gehen lassen. Ich bin so und so. Usw.
Solche Glaubenssätze greife ich dann auch schonmal auf und eröffne Möglichkeiten, dass es auch ganz anders sein könnte. Viele Klienten gehen gleich in der ersten Sitzung schon in eine tiefe Trance. Das ist aber nicht unbedingt notwendig.
In den folgenden Sitzungen werden dann unbewusste Persönlichkeitsanteile angesprochen. Fast immer ist schon ein (unbewusstes) Wissen darüber vorhanden, was los ist, was die Ursachen, Faktoren und Auslöser sind. Diese werden dann der Reihe nach aufgespürt und aufgelöst bzw. umgedeutet.
So ein Prozess kann jedes Mal anders vonstatten gehen, das ist höchstens ein grobes Schema.
Was die Behandlungsdauer angeht, gilt die Regel, dass die Behandlung umso länger dauert, je länger die Erkrankung (unbehandelt) vorliegt, aber auch das muss nicht immer zutreffen. Frische Traumata, die vielleicht zwei oder drei Jahre zurückliegen, kann man manchmal schon in drei Sitzungen auflösen. Aber auch das hängt von der Schwere der Traumata und der allgemeinen Verletzlichkeit der Klientin/des Klienten und seiner Fähigkeit in Trance zu gehen ab. Betroffene mit Ängsten sind aber in aller Regel sensibel, offen und stark motiviert, weil das subjektive Leid natürlich immens ist.
Verstehe bitte, dass ich keine genauen Angaben machen kann, wie lange eine solche Behandlung dauert. Nur so viel: Wenn sich nach zehn Sitzungen noch keine deutliche Besserung zeigt, läuft es nicht richtig. Nach fünf Sitzungen sollte man auf jeden Fall schon spüren, dass sich etwas bewegt.

Den Anlass für meine Panikattacken kannte ich sowieso schon, aber nach ca. 40 Therapiestunden tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie kannte ich auch ganz gut die Gründe für meine Durchlässigkeit. Sicherlich hatte ich auch großes Glück damit, dass ich auf Anhieb eine exzellente, liebevolle und sehr erfahrene Therapeutin gefunden habe. Darüber erzähle ich vielleicht später mal etwas. Das Wissen um die Ursachen bringt aber allein nicht immer den Durchbruch, man braucht vielmehr ein tieferes Verständnis für die eigene Person, oft stammen Überzeugungen über sich selbst und über die Welt aus einer Zeit, in der sie der Situation angemessen waren, aber heute beschränken, beengen und deprimieren sie den Menschen. Sie wirken weiter auf der unbewussten Ebene, ohne dass sie noch aktuell sind, und man kommt einfach nicht dahinter, was es ist. Es kann z.B. etwas sein, was die Mutter mal beiläufig gesagt hat, ein verdrängtes Trauma, dauerhafter emotionaler Stress. An dieser Stelle könnte ein "hypnotischer Bypass" eventuell helfen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Lieben Gruß,
Thomas
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Michi69



Anmeldungsdatum: 09.07.2006
Beiträge: 921
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 31.05.2008 08:13    Titel: Re: Keine Panik :-) Antworten mit Zitat

Hey Thomas,
Danke für den ausführlichen Bericht.
Hab mir deine Seite mal gespeichert und werd mir das mal durchlesen.Na schaun wir mal,vielleicht waage ich ja den Schritt mal.

Ich wünsch dir ein schönes We.Grüßli michi
_________________
Ein langer Weg ein harter Kampf,egal welches Leben,alles macht Sinn,es ist halt mein Schicksal und nun bin ich wie ich bin.
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