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Lange Zeit Ruhe, aber jetzt geht es wieder los

 
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Stefan R.



Anmeldungsdatum: 18.03.2007
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 18.03.2007 13:16    Titel: Lange Zeit Ruhe, aber jetzt geht es wieder los Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe mich hier gerade angemeldet, weil ich nun schon einige Jahre mit einer Panikstörung herumlaufe.

Ich bin 35 Jahre alt und arbeite als freiberuflicher Veranstaltungstechniker. Meine Zeit als "Paniker" begann vor ca 10 Jahren. Da gab es plötzlich immer wieder Momente mit starkem Unwohlsein (Schwindel, nicht atmen können, Übelkeit etc). Immer in völlig alltäglichen Situationen, z.B. beim Einkaufen, im Stau auf Autobahnen u.s.w. Ich rannte von Arzt zu Arzt, meine Blutwerte wurden gecheckt, EKGs gemacht und heraus kam nichts, was dazu führte, daß ich glaubte irgendeine "tückische Krankheit" zu haben und das nächste Jahr vielleicht nicht zu überleben. Da mir kein Schulmediziner weitehelfen konnte, wnadte ich mich an einen homöopathisch arbeitenden Arzt, der die Diagnose "vegetative Dystonie" stellte. Leider war auch diese Behandlung erfolglos. Es wurde sogar noch schlimmer. Ich stellte fest, daß die Häufigkeit der Attacken gerade zum Jahresbeginn massiv zunahm, sich im Laufe des Jahres wieder etwas beruhigte um dann zu Beginn des nächsten Jahres wieder stärker hervorzukommen. Auch das wurde jährlich schlimmer, da zu den eigentlichen Attacken nun auch die Angst vor den Attacken kam, so daß ich fast keine ruhige Minute mehr hatte. Entweder befand ich mich in einer Panikattacke oder war extrem angespannt, eben in Erwartung einer weiteren Attacke.
Ich fühlte mich permanent krank und hatte eben auch wieder Zweifel, ob es nicht doch eine Herzkrankheit oder ähnliches ist. Immerhin bin ich starker Raucher und Kaffeetrinker.
Im Januar 2005 hatte ich die Nase voll, aber richtig. Ich suchte mir eine Psychotherapeutin und begann nach einer Wartezeit von 3 Monaten die Therapie. Es war eine tiefenpsychologische Gesprächstherapie und sie half mir.
Es war zwar nicht so, daß die Attacken ausblieben, aber ich lernte, die Panik quasi "im Hintergrund" laufen zu lassen, während ich "im Vordergrund" weiter funktionierte. Somit war der Angst vor den Attacken schonmal sehr viel genommen.
Klar, wirklich gut ging es mir in dieser Zeit nicht, aber ich schaffte es wieder, mit meiner Freundin auszugehen, was lange Zeit nicht ging, relativ entspannt zu Jobs zu reisen u.s.w. Ende 2005 kaufte ich ein Haus. Das war für mich erstmal ein großer Schritt nach vorne, da eine "Prüfungssituation" nach der anderen kam. Banktermine und Notartermine. Im Frühjahr 2006 begann ich mit der Renovierung und hatte viel Streß. Interessanterweise blieb während dieser Zeit der alljährliche Schub an Panikattacken aus. Generell wurde das Jahrr 2006 aber sehr stressig. Ich hatte erstmalig in meiner 17-jährigen Selbständigkeit einen starken Umsatzeinbruch, aber nun auch die Raten für das Haus am Hals. Allerdings meisterte ich auch dieses. Von meiner Angst war nur noch ein leichtes Beklemmungsgefühl übrig. Die Psychotherapie lief im November 06 aus, da ich "stabil" war. Gegen die leichten Beklemmungen begann ich eine erneute homöopathische Behandlung bei einer anderen Heilpraktikerin. Ich verspürte eine weitere Besserung, die sogar soweit ging, daß ich überraschend zuversichtlich war, als mein Vater im Februar dieses Jahres zu einer schweren Operation ins Krankenhaus mußte. Die Operation verlief tatsächlich sehr gut. Ende Februar tarf ich mich dann mit ein paar Freunden zu einem Sonntagsfrühstück in einem Restaurant. Das ist etwas, was lange Zeit nicht ohne weiteres ging, da gerade Restaurantbesuche für mich ein Reizthema waren. Das war am 25.02.. Es ging mir gut. Irgendwann wurde mir aber in dem Restaurant sehr schwindlig, ich bekam keine Luft mehr und hatte nur noch den Gedanken: "Ich muß hier raus, ich fall gleich um." Also ging ich mit meiner Freundin nach Hause. Das Restaurant ist nur ca 5 Gehminuten von meinem Haus entfernt. Diese Minuten kamen mir aber wie eine Ewigkeit vor. Ich dachte permanent, daß mir gleich die Beine wegknicken und ich gar nicht weiterkomme. Seitdem habe ich in jeder freien oder halbwegs entspannten Minute wieder Angst und auch wieder einige Panikattacken gehabt. Wenn ich auf stressigen Jobs bin geht es, aber sobald ich etwas Ruhe habe, beginnen die Gedanken zu kreisen. Ich esse wenig, weil ich Angst habe, daß mir schlecht wird und natürlich wird mir dann nach dem Essen auch schlecht.

Also bin ich im Moment recht frustriert und ziehe mich total zurück. Auch von meiner Freundin. Meine Homöopathin sagt, daß es eben so ist, daß man eben bei einer solchen Behandlung die "Krankheit" im Schnelldurchlauf rückwärts nocheinmal durchlebt. Kann sein, da schon einiges anders ist als früher. Mir ist nun klar, daß es Panikattacken sind. Ich bin nicht mehr der Meinung, schwer körperlich krank zu sein. Ausserdem habe ich früher sehr viele kleine Mittelchen mit mir rumgeschleppt: Magentropfen, Kreislauftropfen, Bachblüten Notfalltropfen. Seit einer Woche habe ich nichts mehr bei mir. Selbst die Bachblüten nicht. Das kommt daher, daß es mir letzten Sonntag wieder richtig schlecht ging und ich mit meinen zittrigen Fingern die Bachblütenflasche fallen liess. Eigentlich hätte das der "GAU" sein müssen, aber ich dachte nur: "Na gut. Dann eben nicht. Dann muß es eben ohne gehen." und es geht auch ohne. Nicht gut, aber es geht. Vielleicht ist das wieder ein Schritt nach vorn. Leben ohne Krücken Wink .
Ich weiß eigentlich sogar, daß ich die Attacken am besten einfach geschehen lassen sollte. Wenn man sich nicht dagegen wehrt, dann ist auch dieser krampfhafte Kampf nicht da und die Attacke innerhalb von Minuten ausgestanden. So wird sie wahrscheinlich auch ihren Schrecken verlieren und dadurch werde ich auch entspannter, aber dieses "einfach geschehen lassen" bekomme ich nicht hin.

Viele Grüße

Stefan
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