Angst-Forum
Angstzustände, Panikattacken und Stress - diese Probleme berühren Millionen von Menschen täglich. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig darüber reden zu können. Dieses Forum will einen Raum dafür schaffen. Ein Herzliches Willkommen an Alle!
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 


Mrs. Rainmaker stellt sich vor...

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Angst-Forum Foren-Übersicht -> Das bin ich...
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Mrs.Rainmaker



Anmeldungsdatum: 13.08.2009
Beiträge: 5
Wohnort: Saarland

BeitragVerfasst am: 14.08.2009 11:37    Titel: Mrs. Rainmaker stellt sich vor... Antworten mit Zitat

Erstmal ein ganz liebes Hallo an alle! Wink

Ich stelle mich mal kurz vor:
Mein Name ist Nina, ich bin 22 Jahre alt und komme aus dem Saarland. Gebürtig bin ich aus der Nähe von Trier, doch mit der Liebe und meiner Arbeisstelle hatte ich mehr Glück im Saarland Very Happy .
Ich lebe mit meinem Freund und meiner Hündin in einer eigenen Wohnung.
Ich bin gelernte examinierte Altenpflegerin, allerdings arbeite ich seit Oktober letzten Jahres bei der Lebenshilfe, in einem Heim für geistig Behinderte.
Meine Hobbes sind natürlich meine Golden Retriever Dame "Abbie", Gitarre spielen, singen, Musik hören, Konzerte/festivals besuchen, Freunde treffen, shoppen, lesen, schreiben, etc. ...

Warum bin ich hier? Nun, wegen meiner Angstzustände Rolling Eyes ...

Es fing schon an, als ich noch ziemlich klein war, ich schätze so um die 8 Jahre...
Ich hatte damals furchtbare Angst zu sterben bzw. vor dem Tod. Es ging soweit, dass ich mich nachts nicht traute einzuschlafen, aus Angst, ich würde am nächsten Morgen nicht mehr aufwachen.
Ich erzählte damals niemandem davon, auch nicht meinen Eltern.
Irgendwann legte sich das wieder und ich hatte keine Ängste mehr.

Dann erinnere ich mich, dass ich mit ca. 12, 13 Jahren Vergiftungsänste hatte, vermutlich ausgelöst von einem TV-Artikel in dem eine Frau durch Spülmittel in ihrem Getränk eine Vergiftung davontrug.
Ich konnte damals aus keiner bereits geöffneten Flasche trinkten usw. ...
Es war schlimm.
Aber auch diese Angst war irgendwann wie weggeblasen.

Als ich in der Ausbildung zur Altenpflegerin war, ich erinnere mich noch, dass es kurz vor den Examensprüfungen war, wiederholten wir in der Schule die ganzen bisher gelernten Krankheiten. Egal welche Krankheit zur Sprache kam, ich hatte die Sympthome...
Ich weiss nochl, dass ich in dieser Zeit auch einmal eine Panikattacke hatte, mit Herzrasen und hohem Blutdruck, allerding legte sich auch das schnell wieder.

Dann bekamen mein Freund und ich letztes Jahr im Juli, nachts gegen 0 Uhr einen schlimmen Anruf:
Seine Schwester, meine beste Freundin, war an einem plötzlichen Herzstillstand im Krankenhaus gestorben.
(Dazu muss ich sagen, dass sie wegen eines Rheumaschubes im Krankenhaus lag, der sich bei ihr immer mit hohem Fieber und Durchfällen äusserte, was allerdings nichts Neues bei ihr war. Dort bekam sie dann immer Antibiosen (Antibiotika intravenös) und es ging ihr gleich wieder besser. So war es auch dieses Mal...es war nichts Besonderes, dass sie mal wieder im Krankenhaus lag. Ich weiss garnicht, wie oft das so war, seit ich sie kannte...)
Nun, wir sind dann natürlich sofort ins Krankenhaus gefahren, wo bereits die Mutter und der Vater meines Freundes waren.
Meine Freundin lag in einem kleinen Zimmer auf der Intensivstation, welches an einen großen Raum angeschlossen war. Als ich diesen Raum betrat, traf es mich, wie einen Schlag: Es wurde mir Schwindelig, Übel, ich bekam keine Luft mehr und ich hatte das Gefühl, umzufallen und auf der Stelle sterben zu müssen. Ich war wie gelähmt und konnte das Zimmer, in dem meine Freundin lag, auf keinen Fall betreten. Ich weiss noch, dass ich aus dem Krankenhaus gegangen bin und mich auf die Bänke vor der Tür setzten musste, um mich nochmal zu fangen, was mir allerdings nicht ganz gelang.

Die Tage, Wochen und Monate danach waren die Hölle.

Nach diesem Vorfall wohnten mein Freund und ich 3-4 Wochen bei seiner Mutter. Sie war von seinem Vater geschieden und somit ganz alleine im Haus. Sie war sehr froh, dass wir beide bei ihr waren. Ausserdem war es mir nicht fremd, wir hatten selbst dort über 1 Jahr zusammen gewohnt, (mein Freund, seine Schwester, seine Mutter und ich) bevor ich mit der Lehre fertig war und wir in eine eigene Wohnung gezogen sind...
Die Angst hatte mich wieder voll im Griff, ich hatte Herzstechen und dachte, ich müsse daran sterben. Nachts konnte ich nicht einschlafen, aus Angst, am nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen.

Zu dieser Zeit war ich kurz arbeitslos, ich hatte Bulimie (die allerdings nach dem Tod wie weggeblasen war, ich kanns mir bis heute nicht erklären. War es der Schock?) und wartete auf einen Platz in einer psychosomatischen Klinik. Meine Mutter schilderte dem Oberarzt damals die Situation, ich hatte Glück und durfte dann schon Mitte August in die Klinik. Dort sprach ich dann natürlich meine Angstzustände an, doch helfen konnten sie mir dort leider nicht. Es waren zwar noch ein paar Mitpatienten mit Angstzuständen, trotzdem bin ich wohl an den falschen Psychologen geraten, meiner Meinung nach. Der sagte mir, ich solle mir meine Angst als Person vorstellen, diese imaginär im Fernseh sehen und das Fernseh einfach ausschalten. Na, wenn das so einfach wäre, mit der Angst umzugehen...
Selbst bei Entspannungsübungen überkam mich die reinste Panik! Sobald es ruhig um mich wurde und ich mich mit mir selbst beschäftigen musste, hatte ich das Gefühl, ohnmächtig zu werden. Mein Herz raste und stach in der Brust, ich bekam keine Luft etc..
Das hielt ich dann genau 1 Woche aus, bevor ich meine Sachen packte und wieder nach Hause fuhr.

Ich versuchte, meine Ängste alleine in den Griff zu bekommen, jegliche Medikamente lehte ich aus Angst vor den Nebenwirkungen ab.
Ich verdrängte den Tod meiner Freundin, so gut es nur ging, meidete den Friedhof und ließ mich auf keine Gespräche über den Tod, über Sie etc. ein. Und damit ging es mir von Tag zu Tag besser.
Als ich im Oktober bei meiner neuen Arbeisstelle anfing, hatte ich meine Angst soweit ganz gut im Griff. Natürlich gab es Tage, in denen mein Herz wieder anfing zu stechen etc., aber ich konnte ganz gut damit umgehen.

Bis vor ca. 2 Monaten. Da fing das ganze wieder von vorne an...
Es ist jetzt 1 Jahr her, das meine Freundin tot ist, alles wurde natürlich wieder aufgewühlt... Es geht mir von Tag zu Tag schlechter.
Ständig bilde ich mir ein, sterben zu müssen...
Habe ich Herzstechen oder Rhythmusstörungen, denke ich, ich bekomme einen Herzinfarkt, Zwickt mir das Bein, habe ich Angst vor einer Thrombose, Habe ich Kopfschmerzen, denke ich, ich bekomme einen Schlaganfall u.s.w. , natürlich immer mit tödlichem Ausgang. Mein Vorwissen und meine anatomischen Kenntnisse durch meine Ausbildung sind mir dabei leider keine große Hilfe, im Gegenteil. Sad
Sind Leute um mich herum oder bin ich abgelenkt geht es einigermassen, aber sobald ich alleine bin, bzw. alleine Auto fahre überkommt mich die Panik. Es könnte mir ja etwas passieren und niemand in der Nähe sein, um mir zu helfen...
Die tägliche Autofahrt zur Arbeit (27km Autobahn), kostet mich sehr viel Kraft, bin ich aber auf der Arbeit, gehts mir ganz gut. Ich habe ja kaum Zeit, mich mit mir selbst zu beschäftigen...

Zum Arzt wegen einem Checkup bin ich noch nicht gegangen. Ich habe viel zu viel Angst, sie könnten etwas Lebensbedrohliches finden. Ich weiss auch nicht, ob ich den Ärzten glauben würde, wenn sie mir sagen, dass mit mir alles in Ordnung ist.
Also schwebe ich in ständiger Ungewissheit, ob ich denn wirklich nichts Körperliches habe...

Diese ständige Angst belastet natürlich nicht nur mich...
Ich kann meinem Freund zwar erzählen, was in mir vorgeht, er versucht es auch zu verstehen, aber nachvollziehen kann das leider nur Jemand, der das Selbe mitmacht.

Meine Mutter versteht mich da schon eher, sie ist selbst mit Angstzuständen, die sie seit ihrem 18. Lebensjahr hat, geplagt, mit denen sie allerdings ganz gut umgehen kann. Es ist zwar nicht die gleiche Angst, die ich habe, aber wenn ich von Angst spreche, weiss sie genau, was ich meine. Sie versucht mich auch immer zu beruhigen.
Aber ich möchte sie nicht nur damit überhäufen, sie hat selbst genug Sorgen...

Deswegen wende ich mich an dieses Forum und freue mich auf Menschen, die mich verstehen können und mit denen ich mich austauschen kann.

Ich bedanke mich bei allen, die sich Zeit genommen haben, sich meine "Geschichte" durchzulesen.

Liebe Grüße, Nina
_________________
War der Tag nicht dein Freund, so war er dein Lehrer.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Google






Verfasst am:     Titel: Anzeige

Nach oben
Gertraude



Anmeldungsdatum: 28.02.2008
Beiträge: 167

BeitragVerfasst am: 20.08.2009 01:59    Titel: Re: Mrs. Rainmaker stellt sich vor... Antworten mit Zitat

Mrs.Rainmaker hat Folgendes geschrieben:

Habe ich Herzstechen oder Rhythmusstörungen, denke ich, ich bekomme einen Herzinfarkt, Zwickt mir das Bein, habe ich Angst vor einer Thrombose, Habe ich Kopfschmerzen, denke ich, ich bekomme einen Schlaganfall u.s.w. , natürlich immer mit tödlichem Ausgang.
...
Zum Arzt wegen einem Checkup bin ich noch nicht gegangen. Ich habe viel zu viel Angst, sie könnten etwas Lebensbedrohliches finden. Ich weiss auch nicht, ob ich den Ärzten glauben würde, wenn sie mir sagen, dass mit mir alles in Ordnung ist.
Also schwebe ich in ständiger Ungewissheit, ob ich denn wirklich nichts Körperliches habe...


Kommt mir alles bekannt vor Sad
Mir helfen da solche Überlegungen wie z.B., daß auch ein völlig gesunder Körper hin und wieder Störsignale aussendet oder wenn es mir ganz mies ging (sozusagen als Notbremse) ,daß man nicht mehr kann als zu sterben.

Inzwischen habe ich eingesehen, daß 99% meiner körperlichen Symptome einfach nur dadurch entstehen, daß ich psychisch zu angespannt bin, so daß ich mich im Kreuz verrenke oder falsch atme und sich mein Körper einfach nur darüber "beschwert", ich aber dann die winzigsten körperlichen Zeichen dermaßen überinterpretiere, daß ich mich noch mehr anspanne - ein Teufelskreis.
Seit ich das erkannt habe, nehme ich mein körperliches Unwohlsein einfach nicht mehr so wichtig, versuche manchmal auch mit Sätzen wie "Ach, wieder mal mein altes Zipperlein, da hab ich jetzt aber gerade keine Lust drauf" oder "Nun ja, allen anderen geht es auch nicht immer blendend" die Bedrohlichkeit zu entschärfen. Was auch geholfen hat, war dieser Satz: "Jetzt hatte ich schon soo oft was, und bin noch nie daran gestorben oder im Krankenhaus gewesen..."

Und nicht zu vergessen, die "10 Gebote bei Panik" (hier zu finden unter "Ich hab' da mal 'ne Frage...")!
_________________
Mit Wünschen sollte man vorsichtig sein
- sie könnten wahr werden.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Angst-Forum Foren-Übersicht -> Das bin ich... Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group
subGreen style by ktauber
Deutsche Übersetzung von phpBB.de