Angst-Forum
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Neuer Leidensgenosse

 
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Gerhard



Anmeldungsdatum: 25.09.2007
Beiträge: 3
Wohnort: Nord-Baden

BeitragVerfasst am: 06.10.2007 00:19    Titel: Neuer Leidensgenosse Antworten mit Zitat

Hallo an alle.


Ich möchte mich ganz kurz vorstellen: Mein Nahme ist Gerhard, bin gleich

66 Jahre alt und wohne in einem kleinen Dorf in Nord-Baden. Ich lese

schon eine ganze Weile mit und ich glaube,dass man hier ganz offen über

seine Probleme schreiben kann.

Meine Angst begann vor ca. 7 Jahren kurz nach dem Tod meiner Frau.

Ich wusste zuerst gar nicht was mit mir los war,denn dieses Angstgefühl

kannte ich überhaupt nicht. Erst nach dem ich mehrere male bei meiner

Hausärztin war und meine Probleme geschildert hatte wurde mir bewusst

daß ich Angst Probleme hatte. Ich bekam Tabletten die mir Anfangs ganz

gut geholfen haben. Ich versuchte dann kurzfristig eine Verhaltens-

Theraphie zu bekommen. Die Wartezeit betrug allerdings 9 Monate.

In der Wartezeit versuchte ich mich mit Joga,-Thai Chie und Meditation.

Aber nichts hat so richtig geholfen.Warscheinlich war ich auch zu

ungeduldig,denn ich wollte einen schnellen Erfolg haben.

Ich erfuhr dann durch Zufall von einer Selbsthilfe Gruppe in Mannheim.

Ich meldete mich an,und da erfuhr ich dann,dass es sehr viele Menschen

mit Angst-Gefühlen gibt. So nach und nach besserte sich mein Zustand

allerdings nur in ganz kleinen Schritten. Nach 10 Monaten konnte ich dann

die Verhaltens Theraphie beginnen. Das waren dann 15 mal eine Stunde.

Zwischenzeitlich habe ich dann auch meine jetzige Frau kennengelernt

was mir auch sehr geholfen hatt. Ich hatte dann aber nach einem

längerem Urlaub auf dem Rückflug (12 Stunden) meine bisher grössten

Probleme. Ganz plötzlich fing mein Herz an zu rasen,ich bekam keine Luft

mehr,mir war Schwindlig und nicht mehr fähig klar zu denken. Ich dachte

meine letzte Stunde ist gekommen.Ich dachte immer nur was mache ich

jetzt wenn ich einen Herzinfarkt bekomme, 12 tausend Meter hoch in der

Luft, Vielleicht kein Arzt an Bord und ich muss sterben. Ich habe meine

Angst selbst hochgeschaukelt bis zum geht nicht mehr. Ich hatte mich

als die Angst begann,von meinem Platz entfernt und mich die ganze Zeit

am Ende des Fliegers aufgehalten,so dass meine Frau von meinen

Problemen nichts mitbekam. Wir flogen gerade über Istambuhl und es

wurde gerade hell. Darauf wurde auch gleich das Licht eigeschaltet,um

das Frühstück zu servieren. Ich ging auf meinen Platz zurück,Und was ein

Wunder ich hatte nichts mehr, Ich war vollkommen OK ich weis heute

noch nicht wieso es war wie ein Wunder. Danke Gott.

Nun ja, so nach und nach ging es mir eigentlich immer besser bis ich

merkte dass meine Angst nicht mehr da ist. Ich glaube man kann sagen,

ich war angstfrei.

Heute bin ich ein relativ zufriedener Mensch, wir haben einen Sohn,der

bald 3 Jahre alt wird, ein11jähriges Mädchen als Pflegekind und auch sonst

keine größeren Probleme.


Nur in letzter Zeit merke ich dass die Angst bei mir wieder ganz langsam

im kommen ist. warscheinlich wird man die Angst nie wirklich los,man

kann sie eine Zeitlang unterdrücken,vergessen oder wie auch immer,aber

sie ist da. Das ist wenigsten meine Meinung. Vieleicht liege ich falsch.


Ich habe jetzt mehr geschrieben als ich eigentlich wollte, aber dafür ist

das Forum ja da,dass man sich mitteilen kann.


Ich wünsche Euch allen eine laaaaaaaaaaaange angstfreie Zeit,

Zufriedenheit und alles Glück auf Erden.



Ein nicht ganz angstfreier

Gerhard
_________________
Zwei Gefangene sahen durch's Gitter

in die Ferne.

Der eine sah nur Schmutz, der andere

die Sterne.
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Biest9371



Anmeldungsdatum: 24.10.2007
Beiträge: 26
Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 26.10.2007 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gerhard,
ich bin nun schon seit 2 Jahren so gut wie Angstfrei, aber wollen wir doch mal ehrlich sein:,, Haben die anderen Menschen keine Angst``.
Ich weiß bei uns ist es selten, aber dann ängstlicher als bei den anderen. Aber ich weiß und habe gelernt, woher dann meine Gefühle kommen. Man sollte dann, weil man ja sowieso intensiver auf sein Körper achtet mal Überlegen : Habe ich viel Stress gehabt, oder was war sonst anders wie sonst. Meistens kann man sich die Frage immer selbst beantworten.
Es ist so, so lange wir Leben haben wir Gefühle und das ist auch gut so. Unser Körper sagt uns einfach nur wenn es manchmal zuviel ist.
LG Sonja Very Happy
_________________
Der Weg des Lebens ist steinig oder trist, wir haben den steinigen Weg bekommen. Dieser Weg ist nicht ganz leicht, aber nie langweilig wie bei den anderen.
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