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Panikstörung oder eher Posttraumatische Belastungsstörung???
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Candy



Anmeldungsdatum: 21.01.2008
Beiträge: 6
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 21.01.2008 23:22    Titel: Panikstörung oder eher Posttraumatische Belastungsstörung??? Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin etwas verzweifelt und hoffe, dass jemand mir weiterhelfen kann. Ich erzähle euch mal kurz meine Geschichte (versuche es wirklich kurz Laughing )

Ich hatte eine schwierige Kindheit, meine Mutter war immer sehr kühl und völlig überfordert. Als ich zehn Jahre alt war, wurde mein Vater schwer herzkrank und damals stand es wirklich schlecht um ihn. Meine Mutter war auch total fertig und es war eine schlimme Zeit. Ich war immer total das Papakind und meine Mutter hat uns damals nicht viel Rückhalt geben können. Sie hat es wahrscheinlich nicht böse gemeint und wußte auch nicht mehr weiter und versuchte uns mit Drohungen und Schuldgefühlen zu kontrollieren. Ich bin so aufgewachsen, dass sie ständig sagte: " Wenn du nicht gehorchst, deinen vater aufregst, dann bist du schuld dass er stirbt." Auch ging sie mit dem Thema sehr panisch um, alles könnte tödlich für ihn sein. Gleichzeitig jammerte sie immer auch wenn er dabei war rum, dass sie alles alleine machen müsste weil er ja nicht mehr so belastbar war. Er wurde aber wieder relativ gesund - unsere Familie nicht mehr. Mit zwölf Jahren bin ich dann ausgebrochen, habe den ganzen Druck nicht mehr ausgehalten. Nie war ich gut genug, immer hat sie von den anderen tollen Kindern geschwärmt. Ständig hatte man Schuldgefühle bekommen. Ich sollte nur funktionieren. Das konnte ich nicht, hatte mir immer soviel Mühe gegeben ihr eine Freude zu machen, brav zu sein, nichts war wirklich ausreichend. So kam ich in falsche Kreise, fing an mich mit Wodka zu betrinken, blieb Nächte lang weg.... Irgendwann verliebte ich mich in einem 16 Jährigen. Kurz danach wurde ich von ihm in Anwesendheit eines Freundes missbraucht. Als meine Mutter das herausfand, beschimpfte sie mich eine Nutte und schlimmeres. Ich war völlig fertig. So kam es das ich mich von ihm wieder einlullen lies, er dachte ich wollte es auch (ich hatte geheult und nein gesagt!!) usw. Das übliche halt. Ich will jetzt auch nicht so viel schreiben, jedenfalls hatte ich das Gefühl es gibt keinen der mich liebt und ich brauchte dies so dringend dass ich mich dann einige Monate von ihm für seine Zwecke missbrauchen lies. Ich weiß, dass hört sich total unverständlich an und irgendwie schäme ich mich auch heute noch dafür aber ich war wie gelähmt. Es war immer so, dass uns keiner zusammen sehen durfte und ich irgendwo zu sein hatte, er kam, schlief mit mir, und ging. Es war furchtbar und trotzdem hatte ich nicht die Kraft, wollte um jeden Preis seine Liebe. Nach einigen Monaten hatte ich es dann endlich mal verstanden was ich mir antue und beendete das. Doch damit hatte ich mir total den Boden unter den Füßen weggerißen. Jahrelang durfte mich keiner anfassen. Das wurde dann langsam besser aber ich konnte mit keinem schlafen. Es hat mich fertig gemacht, ich fand mich beziehungsunfähig und litt sehr darunter. Außerdem litt ich auch nach wie vor sehr unter meiner Mutter. Mit 19 Jahren musste ich aufgrund einer Bulemie dann in eine Klinik und habe erstmals etwas anerkannt, dass ich nicht schuld bin. Aber ich habe mich nicht richtig geöffnet. Die Bulemie hatte ich dann im Griff und ich konnte auch endlich mit einem Mann schlafen. Ein paar Jahre später kam dann die erste Panikattacke und der ganze Kreislauf begann. Auch dieses hatte ich dann irgendwann im Griff und habe meine Tabletten (xxx) ausgeschlichen und es war alles wieder ok. Zu dieser Zeit starb dann mein vater an Gehirnblutungen und kurze Zeit später habe ich mich endlich von meiner Mutter getrennt da sie mir nicht gut tat. Trotzdem habe ich sehr darunter gelitten, es ist und bleibt meine Mutter. Dann habe ich meinen Freund an eine andere verloren, hatte auch in dieser Beziehung sehr gelitten. Zusätzlich wurde mein Chef immer aufdringlicher und ich fing an mich vor ihm zu ekeln. Auch wenn seine Sprüche an sexuelle Belästigung grenzten, so merkte ich trotzdem dass ich überreagierte. Es wurde immer schlimmer, mir wurde schlecht wenn er in meine Nähe kam, sein Gerucht machte mich fertig. Und dann waren sie wieder da, die Panikattacken. Ich war dann bei einem Hömopathen der mir auch sehr weitergeholfen hat in der schlimmsten Zeit aber mit dem Mittel kamen auch die Träume. Außerdem fing ich an immer mehr Probleme mit Gerüchen (ältere Männer) zu bekommen, mit Situationen (älterer Mann mit kleinem Kind) usw. Es gibt noch mehr, so dass die Vermutung sehr nahe liegt, dass in meiner Kindheit schon ein Mißbrauch war. Jedenfalls sagt mein Hömopath ich hätte eine posttraumatische Belastungstörung und bräuchte eine Traumatherapie. Meine Verhaltenstherapeutin sagt wiederum, es würde gar keine so große Rolle spielen was früher war, ich müsste mein Verhalten und Denken neu lernen. Sicherlich hat sie mit letzterem auch recht aber ich habe einfach Angst, dass ich die Angst jetzt wieder weg bekomme und sie dann aber in ein paar Jahren wieder da ist oder etwas neues kommt. Was habe ich denn nun und was soll ich tun? Außerdem quälen mich diese Gedanken, war da nun noch mehr oder nicht? Ich weiß, dass man vieles nicht ignorieren kann, dass ich mich manchmal wie erstarrt fühle, es nicht ertragen kann, wenn ein älterer Mann schwer atmet und und und. Kennt ihr euch mit sowas aus. Hat von euch jemand Panikattacken aufgrund von Mißbrauch oder PTBS?
Tut mir leid, ist jetzt doch sehr lang geworden..... Wäre schön wenn mir trotzdem jemand antworten könnte. Weiß nicht was ich machen soll....

Liebe Grüße
Candy
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Sabrina1982



Anmeldungsdatum: 11.12.2007
Beiträge: 99
Wohnort: Oberfranken

BeitragVerfasst am: 21.01.2008 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Candy,

ehrlich gesagt fehlen mir gerade die Worte.
Laß dich mal umarmen...so viele schreckliche Ereignisse auf einmal, das tut mir wirklich sehr leid für dich.

Leider kann ich dir zu Panikattaken nach Mißbrauch nichts sagen, weil mir das GsD nicht passiert ist.
Ich hoffe aber, das jemand der dir helfen kann, deine Zeilen ließt.

Alles Gute.

Schreib mal wieder.
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Liebe Grüße

Sabrina
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Candy



Anmeldungsdatum: 21.01.2008
Beiträge: 6
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 21.01.2008 23:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabrina,

trotzdem danke für deine liebe Antwort. Tut einfach gut... Eigentlich dachte ich auch, ich hätte halbwegs mit meiner Vergangenheit abgeschlossen aber jetzt weiß ich nichts mehr. Die Panikattacken kosten mich schon genug Kraft, jetzt muss ich mir auch noch Gedanken machen wegen meiner Vergangenheit und habe einfach Angst dass es falsch läuft mit nur der Verhaltenstherapie. Ignorieren oder nicht? Das macht mich einfach fertig.
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Kleine



Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 228

BeitragVerfasst am: 22.01.2008 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Candy

Bin nicht mißbraucht worden aber ich kann es nach vollziehen was es heißt seine eigene Mutter hassen zu lernen und plötzlich vor dem Tag zu stehen wo die Vergangenheit einen einholt.
Kennst du auch das Gefühl die Vergangenheit nicht mehr vergessen zu können, als wenn sie immer drohend hinter dir steht?
Nun ich denke mittlerweile man kann die Vergangenheit nicht einfach abschließen, da sie ein Teil von uns ist und sich direkt auf die Zukunft auswirkt. Ich würd es wissen wollen was passiert ist. Ob ich den Mut dazu aufbringen könnte weiß ich aber auch nicht.
Kleine
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Candy



Anmeldungsdatum: 21.01.2008
Beiträge: 6
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 22.01.2008 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kleine,

danke für deine Antwort. Ja, ich kenne das mit der Vergangenheit auch. Wie gesagt, ich dachte ich hätte damit so gut es ging abgeschlossen aber dann aufeinmal merkt man das das nicht so ist. Wie du schon schreibst, sie wirkt sich direkt auf die Zukunft aus. Ich merke das auch in vielen Verhaltensweisen wo ich einfach total von früher geprägt bin. Irgendwo in meinem Unterbewußtsein hat sich das Wort "wertlos" tief eingeprägt und es ist so gemein, dass es sich manchmal so meldet, dass man es eigentlich gar nicht merkt Twisted Evil
Darf ich dich fragen ob du noch Kontakt mit deiner Mutter hast? Ich habe keinen mehr und weiß auch das es besser ist aber ich habe lange gegen Schuldgefühle kämpfen müssen. Hatte immer wieder das Gefühl ich hätte meine Mutter im Stich gelassen, dabei hat sie sich nie darum gekümmert wie es mir geht.

Tja - habe ich genug Mut mich dem zu stellen was eventuell war???? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur dass diese Schatten im Hintergrund mich langsam total fertig machen und manchmal habe ich auch Angst, dass man sich da in irgendwas reinsteigert. Schließlich weiß es keiner genau. Ich möchte einfach nur das, was wahrscheinlich alle hier möchten. Endlich wieder ein Leben!!!! Wie hat es bei dir mit der Angst angefangen?

Liebe Grüße
Candy
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