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sisaw

 
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sisaw



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 22.05.2007 00:41    Titel: sisaw Antworten mit Zitat

Hallo allerseits,
ich habe mir - notgedrungen - gesagt, jetzt endlich offensiv mit meiner Angst umzugehen und sie aktiv zu bekämpfen und da bin ich richtig froh, dieses Forum gefunden zu haben und möchte die Chance nutzen mich gleich vorzustellen.
Ich bin Physiker und habe seit diesem Jahr eine Stelle an der Uni, um meine Promotion durchzuführen. Ich habe sehr grosses Glück mit dieser Stelle und möchte mich gar nicht beschweren. Aber trotzdem: Sie ist der Grund warum ich letzten Endes nach einer langen und einer kurzen analystischen Therapie hierher gekommen bin. Die Therapien haben mir seh viel geholfen in dem Sinne, dass ich die Ängste als nicht ganz real einschätzen kann und dass ich sehr lange und häufig auch sehr schöne angstfreie Zeiten verbringen konnte. Nur ist seit Mai wirklich der Wurm drin und ich komme nicht mehr herunter. Ich kann mich im Büro fast nicht konzentrieren und fühle mich die ganze Zeit überfordert und unruhig. Bisher ging das alles sehr gut, da ich im Zweifel auf den Punkt doch durch Adrenalin recht fit war. Nur jetzt habe ich zum ersten Mal etwas richtig vergeigt und komme irgendwie nicht ins Thema rein. Das klingt jetzt alles nicht so wild und wenn ich etwas anderes mache, bin ich auch halbwegs normal, aber ich komme von diesem Stress einfach nicht runter, da hilft auch Meditation usw. nicht. Aber das kann ich besser im schon jetzt Lieblingsforum 'Dampf ablassen' unterbringen.
Mein Problem ist, dass jeder sagt, was beschwerst du dich und lange habe ich das dann auch geglaubt und einfach angefangen, den lustigen und unbeschwerten zu machen - nur klappt das eben manchmal nicht - wen wunderts - und vermehrt seit diesem Jahr, seit ich Heidelberg verlassen habe. Die Ängste sind eben da und ich habe Angst, dass sie irgendwann sich selbst rechtfertigen.
Zu meiner Therapie geschichte nochmal: Habe zunächst in einer sehr depressiven Phase von einem Freund meines Vaters Citalopram verschrieben bekommen, dass hat gewirkt und ich habe mir gedacht wunderbar - Biochemie defekt, repariert alles super. Pustekuchen, dann bei einem Analytiker gelandet - 1.5 Jahre intensive (3 Std/ woche) Therapie - die wurde beendet weil er die Stadt verlassen hat - ich sagte mir, dass schaff ich jetzt. Ich bin selbst gross. Hat auch abgesehen von Krisen ganz gut geklappt. Dann für die Frage Studium vorbei - wie gehts weiter mir nochmal unterstützung gesucht und war echt guter Dinge die Angst so überwunden zu haben, dass ich damit sehr gut leben kann - aber Pustekuchen. Und jetzt suche ich nach Möglichkeiten wie ich das in den Griff bekommen kann. Analytische Therapie kommt für mich nicht mehr in Frage, da ich nicht mehr verstehen will! Ich habe schon viel Verstanden, meine Mutter hat diese Veranlagung auch und von ihr habe ich wohl n bisschen was genetisch mitbekommen und den Rest gelernt. Ich habe eine riessen Erwartungshaltung an mich, die natürlich immer enttäuscht wird und wenn nicht dann neige ich zur Arroganz. Leider.

In Anlehnung an Jan auch zum Schluss noch positve Punkte - ich spiele leidenschaftlich gerne Bass (Jazz und Funk) und mache auch sehr gerne (Ausdauer)Sport - wenn es meine Antriebslosigkeit zulässt.

So, jetzt habe ich euch aber ganz schön zugetextet. Vielleicht geht es ja jemand ähnlich, oder es kann sonst jemand irgendwie profitieren. Es würde mich freuen. Und natürlich freue ich mich auch über Tips, wie ich das ganze angehen kann. Habe jetzt nämlich wieder von diesem Freund meines Vaters Medikamente bekommen: Betablocker - ausser Schlafprobleme haben die bisher aber nicht viel gebracht, ich bin etwas ruhiger bei der Arbeit. Aber das ist das Schlafdefizit nicht wert.

Liebe Grüße
sisaw
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Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 57
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 22.05.2007 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal herzlich willkommen sisaw im Angst-Forum,

Hast du schonmal versucht deine Erwartungshaltung zu ändern, damit du dich nicht immer selbst unter Druck setzt? Leidest du unter Versagensängste? Auch hier gibt es noch verschiedene Therapie Möglichkeiten. Ich denke das wichtig ist einen geeigneten Arzt/Terapeuten zu finden. Manchmal muß eine Therapie ein Lebenlang fortgeführt werden, oder in kritischen Situation wenigstens wieder neu aufgenommen werden. Bei vielen psychologischen Erkrankungen kommt es zu Rückfällen.
Hast du schonmal versucht eine Auszeit zu nehmen und einfach ziellos deinen Hobbys nachzugehen?

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen wie Betablocker helfen sollen??? Die wirken ja eher kreislaufstimmulierend?
Da es gibt doch auch noch Psychopharmaka?
Nimmst du im Moment Antidepressiva?

Schreib nur wir lesen gerne.
OK, ich weiß ich stelle viele Fragen auf einmal, eigentlich sind das Fragen die ein Arzt stellen müsste, ich denke es schadet nicht sich da ärztlichen Rat einzuholen.

Liebe Grüße
Philipp
_________________
Enthaltsamkeit kann ein Segen sein, wenn man sie in Grenzen hält.
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sisaw



Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 22.05.2007 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Phillip,
vielen dank für den netten Willkommensgruss. Und viele Fragen schaden gar nicht Wink im Gegenteil, ich antworte sehr gerne darauf. Also das mit der Erwartungshaltung ist so eine Sache. Natürlich habe ich schon oft versucht, diese zu ändern. Und vom rationalen Verstand her ist mir das auch sonnenklar, dass ich das nicht brauche. Im Gegenteil. Dennoch: Ich habe auch Phasen, in denen ich einen sehr verspielten Umgang mit den Erwartungen habe. Und die machen einfach riessen Spass, ich packe unheimlich viel an und alles klappt dann auch nicht, aber so ein Leben wünsche ich mir. Die Angst ist dann weg und so wie ich bin ist es ok.
Das mit der Auszeit ist so eine Sache. Ziellos meinen Hobbys nachgehen geht einfach nicht, da ich da auch sehr schnell wieder in Leistungsdruck gerate. Auch mit Freunden einfach nur rumhängen kann Stress bleiben, denn auch Gespräche kann man gestalten. So dass ich, wie die letzten Tage wieder, keine Möglichkeit finde richtig zu entspannen. Nicht einmal Meditieren gelingt dann. Und mit dem Auszeit nehmen ist auch so eine Sache nach 4.5 Monaten Promotion. Formal bin ich ja noch in der Probezeit!
Das mit den Betablockern ist so gedacht: Sie senken den Blutdruck und dämpfen damit ein wenig die Aktivität und die sollen mich einfach ruhiger machen, dass ich nicht so panisch hektisch reagieren, wenn ich etwas beim lesen nicht verstehe.
Antidepressiva nehme ich keine. Wie gesagt, ich habe eine zeitlang Citalopram genommen und zunächst auch mit sehr gutem Erfolg. Nach 3 Monaten hat aber die Wirkung nachgelassen, so dass ich sie nach ca 4 Monaten abegesetzt habe. Und ja, ich möchte auch wieder ärztliche Behandlung. Momentan habe ich einen Termin bei einer Neurologin, allerdings erst ende Juni. Bis dahin habe ich noch einen wichtigen Vortrag zu halten. Ich werde wohl versuchen, dass etwas vorzulegen. Wobei es jetzt auch konkreter wird und ich von daher hoffentlich auch wieder besser funktioniere. Irgendwie bitter, dass ich am ruhigsten bin, wenn ich einfach nur funktioniere. Oh je. Ist schon wieder so viel geworden. Aber es tut einfach so gut, sich das von der Seele zu schreiben. In Gesprächen mit Freunden werde ich nämlich auch sehr schnell sehr viel ruhiger und die Angst scheint weit weg. Da denke ich dann immer wieder, ich kann mich vielleicht drum herum mogeln. Aber das soll ein Ende haben.
LG
Flo
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