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Angst-Forum Angstzustände, Panikattacken und Stress - diese Probleme berühren Millionen von Menschen täglich. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig darüber reden zu können. Dieses Forum will einen Raum dafür schaffen. Ein Herzliches Willkommen an Alle!
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Gertraude

Anmeldungsdatum: 28.02.2008 Beiträge: 169
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Verfasst am: 17.08.2009 21:12 Titel: Therapie hat geholfen |
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Hallo,
lange war ich nicht mehr hier, es ist fast ein Jahr vergangen und ich habe mittlerweile schon ca. 40 Therapiestunden hinter mich gebracht. Ich bin zwar nicht völlig "geheilt", aber die ganz schlimmen Angst- und Panikattacken sind seit längerem nicht mehr aufgetreten. Natürlich meldet sich manchmal noch unbegründete übermäßige Angst, aber ich weiß jetzt, worin ihre Ursachen liegen und habe nicht mehr das Gefühl, ihr total ausgeliefert zu sein. Da hat mir die Therapie sehr geholfen oder vielleicht solllte ich sagen, durch die Therapie konnte ich mir sehr helfen.
Das ist so ein Punkt, der mir erstmal klar werden mußte: Meine Probleme kommen nicht von irgendwoher, es hängt damit zusammen, wie mein "emotionales Innenleben" in der Kindheit trainiert wurde, und die war eben ungünstig.
Das mag sich in der Schilderung vielleicht etwas banal anhören, es ist aber ein riesen Unterschied, ob man von unerklärlichen Panikanfällen heimgesucht wird, oder ob man weiß, daß einem ungünstig trainierten emotionalen Innenleben oft schon der kleinste Anlaß, der rational betrachtet überhaupt keiner sein muß, genügt, um erschreckende körperlich-seelische Symptome auszulösen.
Ich fühle mich jetzt nicht mehr wie jemand, der unerklärlicherweise von höchst erschreckendem großen Unglück getroffen ist, sondern wie jemand, der ein Leiden mit durchs Leben tragen muß, was aber durch Therapie und bewußtes Auseinandersetzen zu lindern ist. Seit ich langsam einsehe, daß ich emotional wohl immer sehr viel leichter als der "Durchschnittsmensch" irritierbar bin, gönne ich mir bewußt mehr Rücksichtnahme und Verständnis für mich (hätte ich eine Gehbehinderung, würde ich ja auch nicht von mir erwarten, bei allen Wanderungen uneingeschränkt mithalten zu können) und das nimmt mir schonmal sehr viel Druck von der Seele.
Bei mir war es so, daß ich meine Panik noch selbst verschlimmerte, weil ich glaubte, ich müßte mein Leben/ Körper so im Griff haben, daß mir so etwas wie grundlose Panikattacken nicht passieren dürfte. Es war quasi ein Tabu, welches nicht gebrochen werden durfte um mir sicher sein zu können, daß ich "psychisch gesund" bin. Mittlerweile sehe ich "psychische Gesundheit" doch als etwas Relatives an, früher war ich da viel verbissener, so, als könne man anhand einer Fragetabelle ein Punktekonto erstellen, und je nach erreichter Punkteanzahl könne man Menschen dann "einstufen". Menschen und ihr Seelenleben sind aber so ungeheuer komplex, daß das natürlich ein denkbar ungeeignetes Sichtweisen-Modell ist. Je mehr ich mich davon löse, desto entspannter kann ich mit meinen kleinen "Absonderlichkeiten" umgehen und umso weniger Angst habe ich vor der Angst...
Auch habe ich eingesehen, daß so viele Menschen andere, aber vergleichbare "Absonderlichkeiten" wie ich haben, die vielleicht nur nicht so auffallen, auch das hat mir sehr geholfen. _________________ Mit Wünschen sollte man vorsichtig sein
- sie könnten wahr werden. |
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Verfasst am: Titel: Anzeige |
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Elli
Anmeldungsdatum: 28.03.2007 Beiträge: 1242 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 22.08.2009 06:05 Titel: |
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Hallo Gertraude,
ich finde es ganz, ganz toll das du so positive Fortschritte gemacht hast und darüber geschrieben hast. Ein sehr guter Bericht !!!
Ich wünsche dir von Herzen das es so bleibt.........es kann ja nur noch besser werden!!!
Ganz liebe Grüße, Elli _________________ es ist schon schlimm genug die Erfahrung mit Angstzuständen machen zu müssen, jedoch eine große Hilfe nicht ganz allein zu sein , in dem man sich evtl. austauschen kann! Dies geht eben nur mit Betroffenen! |
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Gertraude

Anmeldungsdatum: 28.02.2008 Beiträge: 169
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Verfasst am: 26.08.2009 21:46 Titel: |
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Nun ja, die Angst habe ich so einigermaßen im Griff. Aber nun kommt umso mehr die Depression hervor
Die läßt mich die Hoffnung verlieren, daß ich mein Leben irgendwann so frei wie möglich gestalten kann. Was mir fehlt (und immer schon gefehlt hat) ist die Zuversicht. Nur manchmal im Leben habe ich das nicht so gemerkt, z.B. wenn ich verliebt oder zu sehr abgelenkt von Aktivitäten aller Art war. Aber nun mit mehr Lebenserfahrung ernüchtert sich meine Sicht auf die unangenehme Wirklichkeit mehr und mehr. Mir fehlt der Schwung und dieser Glaube, daß letztlich das meiste gut ausgeht bzw. klappt. Ich komme mir wieder so "behindert" vor wie damals, als ich noch die schlimmen Panikattacken hatte, nur eben jetzt durch meine Depri _________________ Mit Wünschen sollte man vorsichtig sein
- sie könnten wahr werden. |
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stelo
Anmeldungsdatum: 19.07.2009 Beiträge: 37 Wohnort: RLP
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Verfasst am: 17.09.2009 13:42 Titel: |
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Hallo Gertraude,
ich muss sagen ich erkenne mich in vielem wieder was du schreibst
Ich habe auch seit Frühjahr mit Panikattacken zu tun. Es freut mich, dass du jetzt besser damit umgehen kannst und ihnen nicht mehr ausgeliefert bist. Am Anfang dachte ich auch, was passiert da nur mit mir und habe gar nicht verstanden wie mir geschieht. Ich habe mittlerweile begriffen, dass die eine Reaktion des Körpers sind, der einem sagen will, das etwas nicht in Ordnung ist in deinem Leben und du das schleunigst ändern sollst. Ich begreife auch langsam wo die Ursachen liegen und versuche dran zu arbeiten. Nur fühle ich mich oft ein wenig hilflos. Zum Beispiel, wenn ich meinem Freund von meiner derzeitigen "Lebenskrise" erzähle und er sagt: Ich weiß nicht, warum du dir so viele Gedanken machst. Ich stehe jedes Mal da, wirklich wie ein Ochs vorm Berg...
Aber, wie geht es dir? Warum hattest du Panik?
Was hast du für eine Therapie gemacht?
Ich habe von meinem Neurologen eine Überweisung zur Verhaltestherapie bekommen. Habe aber nächste Woche erst einen Termin zum Erstgespräch. Ich hoffe, dass du Therapie mir dann hilft mein Leben zu ändern.
Liebe Grüße
Steffi |
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Gertraude

Anmeldungsdatum: 28.02.2008 Beiträge: 169
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Verfasst am: 29.09.2009 00:30 Titel: |
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Hallo stelo,
meine Therapie heißt - glaube ich - tiefenpsychologische Therapie, wo ich einmal in der Woche hingehe.
Es ist ja leider nicht so, daß ich wirklich frei von Angst bin. Nur die Panik habe ich so einigermaßen im Griff. Aber das ist schon ein großer Gewinn an Lebensqualität.
Natürlich hoffe ich immer auf möglichst lange und länger werdende Zeitabschnitte, in denen ich angstfrei und innerlich ausgeglichen leben kann. Dann gibt es aber auch wieder Phasen, wo mich die Angst fast täglich streift und das verringert die Hoffnung auf "endgültige Heilung". Das wiederum bewirkt, dass ich eben nicht mehr so ausgeglichen bin und in solch einer Verfassung hat mich die Angst schneller wieder im Griff, als wenn ich mich ausgeglichen fühle. Und ganz schnell verbraucht sich auch der mühsam angesparte Vorrat an allgemeiner Zuversicht, die bei mir ohnehin stets Mangelware ist.
Es wechselwirkt eben leider alles miteinander. Solange der Alltag und die Lebensumstände stabil erscheinen, hält sich alles so ziemlich in der Balance. Aber ich reagiere äußerst sensibel auf Veränderungen. Das wiederum birgt die Gefahr in sich, dass ich penibel darauf achte, "in Eintönigkeit ersticken zu können" (um das mal sarkastisch auszudrücken). Der langweiligste Alltag ist mir tausendmal lieber, als unabsehbare Folgen irgendeiner Veränderung, auch wenn sie noch so positiv aussieht.
Veränderung assoziiert mein Seelenleben immer mit Bedrohung. Die Kenntnis davon kann leider auch nichts zur Verbesserung dieser Verknüpfung beitragen.
Andererseits leide ich auch seit ich denken kann unter dem Wissen, dass alles vergänglich ist. Deshalb fühle ich mich oft unter Zeitdruck. Ich habe oft das Gefühl, das Leben rinnt mir durch die Finger und ich müsste endlich mal "zu Potte kommen" (was immer das auch sein mag), statt mich mit immer denselben Problemen herumzuschlagen, aber irgendwie scheint es mir nicht vergönnt. Deshalb versuche ich auch manchmal, die Schärfe aus diesen Überlegungen zu nehmen, indem ich mich frage, was denn dieses "zu Potte kommen" sein könnte und welche Rolle es überhaupt spielte, wenn es mir in diesem Leben nicht mehr gelänge. Zu tiefschürfenden Erkenntnissen zu diesen Fragen bin ich bisher leider nicht gelangt. _________________ Mit Wünschen sollte man vorsichtig sein
- sie könnten wahr werden. |
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