| |
Angst-Forum Angstzustände, Panikattacken und Stress - diese Probleme berühren Millionen von Menschen täglich. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig darüber reden zu können. Dieses Forum will einen Raum dafür schaffen. Ein Herzliches Willkommen an Alle!
|
|
|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
lissi
Anmeldungsdatum: 06.04.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Soest
|
Verfasst am: 06.04.2007 17:22 Titel: warum ist es nur so verd... schwer neue Freunde zu finden ?? |
|
|
ich muß auch mal kräftig Dampf ablassen denn ich bin so richtig sauer - auf mich !!! Aber von vorne, denn sonst begreift niemand was ich meine. Also: vor fast 4 Jahren hat mich mein Exmann von einer Minute auf die andere vor die Tür gestellt - im wahrsten Sinne des Wortes! - weil er sich in eine andere Verguckt hatte. Da stand ich also und mir einem Mal hatte ich alles verloren: kein Haus mehr, kein Besitz bis auf das was in 2 Rucksäcke paßte, meine 2 Kinder hat mein Ex behalten ("bis du eine Wohnung hast"), keinen Mann mehr (nach 13 Jahren Beziehung) und da ich vorher Hausfrau war hatte ich auch kein Geld. Was hab ich also gemacht? Bin zu den Leuten gegangen die sich bis dahin meine Freunde genannt haben - ich mußte ja irgendwo schlafen! Da habe ich dann die nächste Überraschung erlebt: ich durfte eine einzige Nacht dort schlafen und am nächsten Tag wurde mir gesagt ich sollte bitte gehen! Ich hätte das alles so gedreht damit ich meine Kinder verlassen könnte - eine "Freundin " hatte sich ihr Telefon geschnappt und überall erzählt das ich ihr das schon vor längerer Zeit als Plan im Vertrauen erzählt hätte!!!
Das war die größte Lüge aller Zeiten doch hat ihr jeder geglaubt!!!!
In dieser zeit bekam ich dann Panikattacken wegen alles und jedem denn ich war der Meinung das man alles mit mir machen kann und ich immer so hilflos sein werde wie ich es zu dieser Zeit war... ich konnte nichts mehr: nicht einkaufen, mit keinem reden, noch nicht mal über eine Straße gehen. Dann kam was kommen mußte: Psychatrie (freiwillig), 2,5 jahre ambulante Therapie und ich stehe heute da und habe eigentlich viel erreicht: ich kann wieder fast überall problemlos hingehen, habe meinen Führerschein gemacht, habe meine Kinder wieder zu mir geholt, habe einen Job gefunden und lebe in einer neuen Beziehung wo ich so akzeptiert werde wie ich bin. klingt alles toll, aber zu einer Sache scheine ich echt zu blöd zu sein: ich schaffe es einfach nicht Freunde oder auch nur Bekannte kennenzulernen! Ich kriege es einfach nicht auf die Reihe! Wenn ich jemand neues treffe ist es so das mir nun mal die Hände zittern und ich tierisch nervös bin ( noch ein nettes Überbleibsel an dem ich arbeite) dann werde ich gefragt was los ist und ich antworte wahrheitsgemäß (allerdings in einem Satz ) und dann kommt immer das gleiche : entweder sehe ich diese Leute nie wieder weil sie dringend was zu erledigen haben oder ich komme mir vor als hätte ich Pflegepersonal engagiert! ("geht´s dir gut?" brauchst du etwas?" was soll ich tun?" im 5 Minutenabstand oder aber die Variante: ich kann mit dir nicht darüber reden, ich will dich ja nicht belasten!) Mann, was mache ich bloß verkehrt?? Ich möchte doch bloß mal jemanden haben um mit ihm/ihr über Gott und die Welt zu reden oder ganz normale Freizeitaktivitäten zu machen. Ich bin so wütend auf mich - ich könnte echt was an die Wand werfen! was muß ich denn bloß ändern . wie lernt ihr neue Leute kennen?! ich scheine echt zu dusslig dazu zu sein - doch ich habe die Einsamkeit so satt!!!!! meine Family kann ja nicht für alles herhalten - ein Partner, und sei er noch so toll ersetzt doch keine Freunde....
Grüße von lissi[/b] |
|
| Nach oben |
|
 |
Google
|
Verfasst am: Titel: Anzeige |
|
|
|
|
| Nach oben |
|
 |
Jacky
Anmeldungsdatum: 06.04.2007 Beiträge: 49 Wohnort: Nähe Bonn
|
Verfasst am: 07.04.2007 14:15 Titel: |
|
|
liebe lissi!
das was du erlebt hast ist wirklich hart und es tut mir so leid was du alles hast durchmachen müssen. *dich mal in den arm nehm und fest drück*
tja, freunde,........ das ist so eine sache. auch ich bin einige male hängengelassen worden. oft auch aufgrund meiner erkrankung mit der panik.
tatsache ist: es gibt viele menschen die einen wirklich sehr verletzten können. aufgrund solcher negativen erfahrungen die wir gemacht haben ist es doch nur verständlich, dass man angst hat oder probleme menschen kennen zu lernen.
ich habe für mich folgendes herausgefunden: diejenigen die sich von mir abwenden oder mir weh tun, die lasse ich auch ziehen (das das weh tut ist klar) aber so weiß ich wo die menschen sind die mich lieben und auf die ich zählen kann.
ich akzeptiere die menschen mit ihren macken. davon gibt es ziemlich viele und es kann passieren, dass sie einen verletzen.
ABER ,.... es gibt auch genügend menschen die es gut mit einem meinen.
ich habe da nur 2 möglichkeiten:
entweder ich vermeide kontakte um nicht verletzt zu werden, ODER ich lasse es zu menschen kennen zu lernen und gebe mir selbst wieder die chance freundschaften zu knüpfen.
es ist ein risiko, das stimmt, aber ein leben lang einsam zu sein finde ich viel schlimmer.
ich gehe offen auf die menschen zu (auch das musste ich erst lernen) und damit haben sich mir schon einige türen geöffnet mit netten leuten in kontakt zu treten und ihn unter umständen auch zu halten.
kopf hoch!
lg
jacky _________________ Die Angst will erkannt, erfahren und verstanden werden, bevor sie sich zurück nimmt |
|
| Nach oben |
|
 |
lissi
Anmeldungsdatum: 06.04.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Soest
|
Verfasst am: 07.04.2007 14:39 Titel: |
|
|
Liebe Jacky!
Vielen lieben Dank für deine Antwort. Vielleicht hast du ja recht, dann lerne ich ja doch vielleicht noch mal nicht gleich vor jedem Angst zu haben. Aber es war halt so mies damals - ich kannte diese Leute zum größten Teil schon zig Jahre und hatte ihnen echt vertraut - und dann das!
Von jetzt auf gleich keiner mehr da!
Aber natürlich hast du recht und nicht alle Menschen sind gleich, mein Kopf weiß das auch schon, nur mit dem Herzen ist das so eine Sache...
Mit lieben Dank
lissi |
|
| Nach oben |
|
 |
Jacky
Anmeldungsdatum: 06.04.2007 Beiträge: 49 Wohnort: Nähe Bonn
|
Verfasst am: 07.04.2007 14:58 Titel: |
|
|
liebe lissi,
deine geschichte erinnert mich an meine mutter. ich möchte dir kurz ihre geschichte erzählen:
meine eltern waren 20 (!) jahre verheiratet. mein vater war ein toller vater und ehemann.
eines tages (wirklich: von null auf hundert) war er weg und zwar bei einer anderen. unterhalt, fürsoge ect nichts!!! wir standen ganz alleine da. er hat alle konten geplündert, auch von uns kindern ect.
meine mutter war vollkommen auf sich alleine gestellt, denn unsere ach so tollen verwandten und freunde waren nicht da. niemand hat sich nach der trennung bei uns gemeldet.
wir haben damals wirklich jedem geholfen, es war eine tolle familie.
auch meine mutter musste erfahren, was du jetzt durchmachst.
es war eine harte zeit! sie hat eine ausbildung angefangen. 3 jahre examinierte altenpflegerin. geld war knapp,... extrem knapp. danach bandscheibenvorfall durch die pflege. konnte nicht mehr arbeiten ect,.... ect ,.... ect,.... !
sie war oft allein.
sie musste durch die hölle gehen.
heute aber geht es ihr gut. sie hat wieder gelernt zu leben und anderen wieder vertrauen zu schenken. das hat sie viel kraft und schmerzen gekostet, aber du siehst: es ist möglich!!!
deswegen hab ich dir grad diese kleine kurzgeschichte von meiner mutter erzählt.
im übrigen: ich hab mir sogar ein chinesisches zeichen in den nacken taatoowieren lassen. es bedeutet "mama". sie hat so viel power, sie ist mein großes vorbild.
es geht immer weiter,...... das hat sie mir beigebracht.
liebe grüße
jacky _________________ Die Angst will erkannt, erfahren und verstanden werden, bevor sie sich zurück nimmt |
|
| Nach oben |
|
 |
wolpi
Anmeldungsdatum: 22.03.2007 Beiträge: 28
|
Verfasst am: 14.04.2007 19:09 Titel: |
|
|
Lissi, ich muss zu deiner Geschichte nachfragen. Ich habe mir vorgestellt, wie du einen Fremden irgendwo, irgendwie triffst, mit ihm in ein Gespräch kommst und dabei fallen deine zitternden Hände (oder andere Symptome) auf. Jedenfalls scheinen die Symptome so auffallend zu sein, dass der Fremde dich darauf anspricht und du ihm wahrheitsgemäß antwortest und damit ist ein näheres Kennenlernen schon im Kein erstickt.
Habe ich mir das so richtig vorgestellt?
Wenn ja, dann würde ich dir spontan vorschlagen, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen und dir eine plausible kurze Geschichte zurecht zu zimmern. Irgendwas wie: "Ach, ich weiß, das sieht schlimm aus! Aber das habe ich ab und zu. Das kommt von einer Nervenverletzung am Arm ...." Fremde, die die Art unserer Erkrankung nicht kennen werden unsicher. Vor allem wenn´s an psychische Sachen geht. Mit einer körperlichen Ursache können sie eher was anfangen (Körperliche Leiden sind sozial leider anerkannter als psychische). Vielleicht schaffst du es deinen -ich nenns jetzt mal Erregungszustand relativ schnell wärend des Gesprächs in den Griff zu bekommen, wenn du die erste Hürde genommen hast. Sollte wirklich eine nähere Bekanntschaft zustande kommen hast du genug Gelegenheit Farbe zu bekennen. |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|