Quelle: http://www.wikipedia.de

Angst gilt als eine der primären Emotionen. Sie ist normalerweise ein in die Zukunft gerichtetes Warnsignal. Da sie bei Bedrohung Anlass zu einem Vermeidungsverhalten gibt, schützt sie vor Gefahr und dient der Selbsterhaltung.
Sie ist in diesem Fall ein biologisch angelegtes, sinnvolles Reaktionsmuster, dass der Energiebereitstellung dient (”Kampf- & Fluchtreaktion”).

Ängste können ausgelöst werden durch bedrohliche Situationen oder ihre Erwartung, durch Personen, Aussagen, Orte oder Erinnerungen.
Die Auslöser können intern sein (etwa Symptome einer beobachteten körperlichen oder seelischen Unregelmäßigkeit) oder extern (z. B. Medienmeldungen über Lebensmittelskandale oder Katastrophen).
Daneben können auch körperliche Erkrankungen wie etwa eine Schilddrüsenfehlfunktion aber auch seelische Störungen als Ursache von überschießenden Angstgefühlen in Betracht kommen.

Die körperlichen Symptome der Angst werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Im sogenannten limbischen System des Zwischenhirns liegen zwei mandelförmige Nervenknoten (Mandelkerne, lat. Amygdalae), die der Bewertung einer Situation als gefährlich oder bedrohlich dienen.
Alle Wahrnehmungen werden hier auf potentielle Gefahr überprüft.
In funktionellen Magnetresonanztomografien lässt sich folgerichtig nach entsprechenden Reiz-Konfrontationen eine erhöhte Aktivität der Amygdala nachweisen. Die Amygdala vergleicht das Reizmuster der jeweiligen Situation unter Zuhilfenahme des präfrontalen Kortex und des Hippocampus mit angeborenen Schlüsselmerkmalen (z.B. Enge, Dunkelheit, Höhe, bestimmten Schemata wie z.B. Reißzähnen) sowie mit Erfahrungswerten.

Sind eine Situation oder ein Gedanke unbekannt oder enthalten entsprechende Schlüsselreize, werden sie als potentiell bedrohlich eingestuft. Liegen Erfahrungswerte vor, wird anhand der Erinnerungen bestimmt, ob in dieser / vergleichbaren Situationen früher bereits ein Erregungszustand bestand. Auch in diesem Fall schaltet der Körper auf Alarm.

Aus dieser “lernfähigen” Angstreaktion entstehen sowohl adäquate Ängste vor bisher unbekannten Themen wie auch objektiv unbegründete Ängste bis hin zu Angststörungen. Als Sonderform der Angst tritt die Todesangst auf. In besonders bedrohlichen Situationen, zum Beispiel bei Vernichtungsschmerz, der beim Herzinfarkt oder beim Ertrinken auftreten kann, spielen keine anderen Empfindungen mehr eine vordergündige Rolle, einzig das Überleben hat noch Bedeutung.

Angst muss übrigens nicht unbedingt spürbar sein. Sehr oft sind Ängste vorhanden, deren Existenz die Betroffenden nicht bestätigen können, da sie verdrängt werden. Besondere Ängste, die Charakter bestimmend sind, beschreibt Fritz Riemann. Die von ihm beschriebenen Ängste sehen nur wenige Menschen, obwohl jeder Mensch ein oder mehrere dieser Ängste besitzt. In einer philosophischen Betrachtung ist die Angst des Menschen um sich selbst, die im Bewusstsein seiner Verwundbarkeit und Todesverfallenheit wurzelt, der letzte Grund aller Unverantwortlichkeit und Unmenschlichkeit. Die Angst um sich ist Ausdruck einer konstitutionellen Seinsunsicherheit und nicht einfach eine Angst vor dem Sterben, sondern die Angst vor dem Verlust von allem. Wer aus der Angst um sich lebt, ist unfrei; man kann ihn mit dem erpressen, worin er sein Vertrauen gesetzt hat. Im Alltag kann die Angst um sich latent bleiben, so lange man sich im Besitz dessen wähnt, worauf man vertraut. Das Vertrauen schlägt aber in Verzweiflung um, wenn man es verliert.

Weiter mit dem Artikel “Ablauf der Angstreaktion” >>>

Ein Kommentar zu “Angst - Überblick (Teil 2)”

  1. am 04. Nov 2007 um 09:29 Fronz gabriele

    ich habe immer angst unter leuten zugehn wenn andern was passiert denke auch mir könnte das zustoßen bekomme dann panik und angstzustände steigere mich da rein habe angst vorn andern tag auf arbeit zugehn und untern den leuten zugehn bekomme herzklopfen herzstolbern weiß nicht mehr was ich machen soll bitte bitte helfen sie mir .ich kann mit keinendarüber rden fühle mich einsam und sehr verlassen

Trackback URI |

Kommentar schreiben